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Marseille erleben: 11 Tipps

Marseille entwickelt sich derzeit in einem rasanten Tempo zur hippen Küstenstadt am Mittelmeer. Das ideale Reiseziel also für einen Städtetrip oder einen Tag Sightseeing. Hier folgen die Tipps von Josee und Carole!

Carole musste man nicht lange überzeugen. Seitdem sie ein Wochenende in Marseille verbrachte, ist sie ein großer Fan dieser Hafenstadt, die ihren früheren, etwas zwielichtigen Ruf ganz und gar abgeschüttelt hat.

City Trip in Marseille

Auch Josee ist von der Küstenstadt begeistert. Letzten Sommer besuchte sie Marseille während ihres Urlaubs in der Provence. Josee und Carole haben ihre Lieblings-Locations für euch zusammengetragen.

Der alte Hafen Le Vieux Port in Marseille

1. Le Vieux-Port

Le Vieux-Port ist strategisch und ästhetisch betrachtet der beste Ort, um mit einer Erkundungstour durch Marseille zu beginnen. Der alte Hafen (aus dem 15. Jh.!) ist von zwei Festungen umgeben: Fort Saint-Jean und Fort Saint Nicolas. Als Marseille im Jahr 2013 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt wurde, unterging Le Vieux-Port einer kompletten Metamorphose: Die Straßen rund um den Hafen sind seitdem nahezu autofrei, dafür wurden neue und sehr schöne Fußgängerbereiche geschaffen. Am Kai findet ihr das Seifenmuseum MuSaMa (siehe unten), und von hier aus gelangt ihr schnell und einfach zu Le Panier, Mucem und zur Cathédrale de la Major (siehe unten).

Museum MuCEM in Marseille

2. MuCEM, architektonisches Highlight

Es ist nicht zu übersehen! Dieses Museum, am Wasser gelegen und mit dem Viertel Le Panier über eine Fußgängerbrücke verbunden, ist architektonisch gesehen derart interessant, dass man unbedingt mal eine Runde um das Gebäude drehen sollte. Im Innenbereich werden diverse Kunstkollektionen gezeigt – mit Fokus auf europäischen und mediterranen Kulturen von der Antike bis zur Neuzeit.

Viertel Le Panier in Marseille

3. Das Viertel Le Panier

Alte, verfallen Viertel erleben in vielen Städten ein Comeback, was sie oftmals jungen, kreativen und dynamischen Designern verdanken, die sich dort niedergelassen haben. So war es auch in Le Panier. Dieses älteste Viertel von Marseille liegt ein Stückchen oben auf dem Hügel, nördlich von Le Vieux-Port (vom Kai aus über Treppen erreichbar). Das Viertel wird geprägt von engen Gassen und charmanten Plätzen wie der Place des Pistoles. Die ideale Location für eine Kaffeepause in einem Straßencafé oder für ein Mittagessen bei Le Panier Marseillais. Dann könnt ihr auch gleich die großartigen Graffitis dort bestaunen, die allesamt bekannte Kunstwerke sind! Viele davon stammen vom lokalen Streetart-Künstler Nhobi, und sie sind ein wichtiges Symbol für die Verjüngung, die dieser Stadtteil derzeit durchmacht. Das ist auch in den Straßen wie der Rue du Petit Puits zu sehen, in der viele Künstler ihr Atelier haben.

Schöne Geschäfte im Viertel Le Panier

Schöne Geschäfte findet ihr in der Rue Sainte Francoise, zum Beispiel:

Mistral: ein wunderbarer Laden mit originellen Souvenirs und Schmuckstücken, hergestellt von der Besitzerin Nadine.

La Sardine en Vacances: Das benachbarte Geschäft, das dem sympathischen Jean-Richard gehört, hat originelle T-Shirts und Poster mit fröhlichen Illustrationen des Marseiller Künstlers Richard Campana im Angebot.

Undartground: ein verrückter Conceptstore an der Ecke der Rue Sainte Francoise und der Rue Repenties. In diesem Hipster-Laden findet ihr alte LPs, Schreibwaren, Lampen, kunstvoll hergestellte Taschen, Spielwaren, Bücher, Kunstgegenstände und noch vieles mehr. Der Shop dient auch als „Clubhaus“ der Graffiti-Künstler. Sie organisieren regelmäßig eine Street Art Tour und führen Interessenten entlang der Graffiti-Kunstwerke des Viertels. Bisher wird die Tour allerdings nur auf Französisch angeboten. Weitere Infos über Undartgroud.

Bitte beachten: Am Montag sind die Geschäfte geschlossen!

Basilika Notre Dame in Marseille

4. Notre Dame de la Garde

Wo auch immer ihr in Marseille herumlauft – Notre Dame de la Garde is watching you! Errichtet auf einem 162 Meter hohen Kalksteinfelsen scheint diese Basilika aus dem 19. Jh. regelrecht über die Stadt zu wachen. Die Einheimischen nennen die Kirche liebevoll „la bonne mère“ (die gute Mutter). Es versteht sich fast von selbst, dass ihr von dort oben eine fantastische Aussicht über die Stadt und das Meer habt. Vergesst aber trotzdem nicht, auch mal nach oben zu schauen! Auf der Spitze des 60 Meter hohen Kirchturms thront eine riesige Skulptur der heiligen Maria. Am Ende dieses Artikel findet ihr praktische Tipps, wie ihr am besten zur Kirche kommt.

5. Shoppen: Les Docks und Les Terrasses

Wer gerne schick, hip oder modern shoppen möchte, der findet in Marseille zwei große Anlaufpunkte: Les Docks ist ein neues Einkaufszentrum, das sich in ehemaligen Lagerhäusern am Hafen niedergelassen hat. Hier findet ihr vor allem trendy Lifestyle-Shops und Modeboutiquen, außerdem viele Cafés und Restaurants. Im gleichen Viertel liegt Les Terrasses du Port, ein nigelnagelneues Shopping-Walhalla direkt am Wasser. Läuft man außen ums Gebäude, dann hat man das Gefühl, man befinde sich auf einem Mega-Kreuzfahrtschiff. Im Innenbereich findet ihr eine beeindruckende Vielfalt an Geschäften, vor allem bekannter Marken. Geöffnet ist es jeden Tag, außerdem verfügen beide Einkaufszentren über eigene Parkplätze.

Einkaufszentrum Les Docks in ehemaligen Lagerhäusern Einkaufszentrum Les Docks in ehemaligen Lagerhäusern

Shopaholics sollten auch mal in einem ganz neuen Einkaufszentrum mit rund 50 Geschäften voller Topmarken sowie mit diversen Restaurants vorbeischauen, in denen ihr die ganze Bandbreite von Snacks bis zur Haute Cuisine serviert bekommt: Prado.

Die Strände von Marseille

6. Die Strände von Marseille

Klar, Marseille ist natürlich auch ein Küstenort und verfügt über eigene Strandbereiche. Der nächstgelegene Strand ist Plage des Catalans an der Küstenstraße Corniche, wo ihr einen feinen Sandstrand vorfindet. Etwas weiter entfernt liegt die Plage du Prado, ein Kieselstrand mit u.a. einem Skaterpark. Der größte Sandstrand ist jedoch Pointe Rouge mit diversen, sehr verlockenden Restaurants, die sich für einen lazy Lunch oder ein romantisches Dinner am Meer eignen. Seid ihr eher auf der Suche nach etwas Ruhe, dann können wir euch den Strand von Callelongue empfehlen. Dann seid ihr auch schon auf dem richtigen Weg zu den prachtvollen Calanques, die sich entlang der Küste bis nach Cassis erstrecken.

Musée du Savon de Marseille

7. Musée du Savon de Marseille

Marseiller Seife ist weltberühmt und hat den Ruf eines wohlriechenden Reinigungsmittels für die Haut und auch für den Haushalt. Doch erst im Sommer 2017 wurde der Seife ein eigenes Museum im Le Vieux-Port gewidmet, das über die Geschichte dieser jahrhundertealten Olivenöl-Seife informiert. So erfahrt ihr mehr über ihren Ursprung, die Herstellung und alle ihre Anwendungsmöglichkeiten (da kommt einiges zusammen!). Es gibt auch einen interaktiven Museumsbereich, in dem ihr selbst eine Seife herstellen könnt. Das Museum liegt direkt am Kai und eignet sich auch gut für zwischendurch, wenn ihr sowieso eine Runde um den Hafen macht. Doch passt gut auf, denn 2 Häuser davor befindet sich der megagroße Laden des Museumsgründers, Savonnerie La Licorne, und Museum und Geschäft kann man leicht verwechseln.

Le Musee du Savon de Marseille, 25 Quai de Rive Neuve, täglich von 10.00–18.00 Uhr geöffnet. Eintritt 2 €, Eintritt + Mini-Workshop zur Herstellung eines individuellen Seifenstücks: 5 €. 

Cathédrale de la Major in Marseille

8. Cathédrale de la Major

Diese beeindruckende Kathedrale auf der Place de la Major sorgt für etwas Verwirrung, denn sie sieht eher italienisch als französisch aus. Das liegt vor allem an der gestreiften Fassade aus grünem und beigefarbenem Kalkstein. Drinnen ist sie einfach riesig und prunkt mit viel Marmor und Mosaiken. Die Kathedrale stammt aus dem Jahr 1896, doch vor ihr gab es schon seit dem 5. Jh. einige andere Kirchengebäude an der gleichen Stelle. Schaut euch auch mal die rechte Seite des Gotteshauses genauer an: Dort findet ihr Überreste einer Vorgängerkirche.

Restaurant-Insidertipp: La Caravelle

9. Restaurant-Insidertipp: La Caravelle

Ihr kommt auf jeden Fall dort vorbei, wenn ihr am Kai Le Vieux-Port entlang geht. Die echten Marseillais bewahren diese Adresse wie ein Geheimnis. La Caravelle befindet sich im 1. Stock des Hôtels BelleVue. Ein Mittagessen an einem der 3 kleinen Tische auf dem Balkon ist ein fantastisches Erlebnis. Drinnen ist es auch nicht schlecht; die Atmosphäre ist wie in einem echten Pariser Bistro. Am Abend ist dies die ideale Location für einen Aperitif (mit gratis Tapas) oder einen Cocktail. Falls ihr an einem Mittwoch oder Freitag dort seid, dann kommt ihr sogar in den Genuss eines kleinen, kostenlosen Jazz-Konzerts.

La Caravelle, 34 Quai du Port hotelbellevuemarseille.com/restaurant

Hier findet ihr die Tipps für Restaurants und Cafés von Carole: La Cantinetta, Kulte und Les Halles de la Major.

Insidertipp Übernachtung: Airbnb in einem alten Laden

10. Insidertipp Übernachtung: Airbnb in einem alten Laden

Maison Empereur ist eine Institution in Marseille! Während eures Besuchs in der Stadt solltet ihr unbedingt einen Blick in diesen fast 200 Jahre alten Krämerladen werfen. Es gibt dort fantastische Sachen. Doch das Beste ist, dass ihr seit 2017 in einem Appartement hinter dem Ladenbereich übernachten könnt! Weitere Infos findet ihr in einem eigenen Artikel über die Maison Empereur.

Erfahrt mehr über hippe Appartements mitten in der Stadt.

11. Große Ausstellung des Künstlers JR in 2018

Von Mitte Februar bis Ende September 2018 werden in Marseille zahllose Kulturveranstaltungen abgehalten, darunter Ausstellungen, Festivals, Konzerte und Stadtführungen während der MP2018 Manifestation. Eine der Ausstellungen ist dem Werk des Künstlers JR gewidmet, ein eigensinniger Fotograf, der große Fotocollagen auf Gebäuden zeigt. Er war es auch, der die Pyramide des Louvre bekleidete und den Film Visages Villages schufAb 8. März 2018 gibt es eine Ausstellung über sein Gesamtwerk (darunter auch seine Werke in einem Marseiller Viertel). Austragungsort: J1 Hangar im Viertel La Joliette, nahe der großen Cathédrale de la Major.

Aussicht von der Friche La Belle Mai in Marseille Aussicht von der Friche La Belle Mai in Marseille, Foto-Installation von JR (CC/CD_FR)

Praktische Tipps:

Parken: Seid ihr nur einen Tag in Marseille, dann könnt ihr euer Auto auf einem der vielen Parkplätze stehen lassen. Sie sind gut ausgeschildert und sind bei Weitem die einfachste Art und Weise, das Auto „los zu werden“. Josee nutzte den Parking Le Vieux-Port.

Mit der Fähre nach Le Vieux-Port: Es gibt eine Fährverbindung zwischen dem Quai de Rive Neuve und dem lebhaften Quai du Port, hinter dem das Viertel Le Panier liegt. Die Kosten für die Überfahrt betragen 1 €.

Mit der Fähre nach Le Vieux-Port:

Fahrräder: Auch in Marseille gibt es Leihräder unter dem Oberbegriff Le Vélo. Ihr findet sie u.a. in Le Vieux-Port. Sie sind praktisch zum Erkunden des Viertels, die dahinterliegenden Viertel dagegen befinden sich auf einem Hügel – und das kann anstrengend werden!

Bummelzug: Okay, das ist zwar etwas touristisch, aber Le Petit Train de Marseille ist ungemein praktisch, um beispielsweise zu der auf einem Hügel gelegenen Kirche Notre Dame de la Garde zu gelangen. Es gibt 2 Routen durch die Stadt, die von April bis September/Oktober abgefahren werden. Zug Nummer 2 bringt euch zu Les Terrasses du Port, dem Ausstieg in Le Vieux-Port (174 Quai du Port). Hin- und Rückfahrt 8 € Erw., Kinder 3-11 Jahre 4 €.

Tipp: Zur Le Petit Train Marseille gehört auch ein Boot, das im Juli und August entlang der Küste zur l’Île du Frioul fährt. Mit dem Boot kommt ihr auch zum Strand Sainte Estève neben dem Fort Ratonneau, von dem aus ihr eine schöne Aussicht auf das Chateau d’If habt, das berühmt-berüchtigte Gefängnis aus dem Abenteuerroman „Der Graf von Monte-Christo“. Weitere Infos und Preisauskunft auf petit-train-marseille.com.

Ile du Frioul bei Marseille Île du Frioul

Josee in Marseille Josée in Le Vieux-Port

Das MuCem, ein Entwurf des Architekten Rudy Ricciotti Das MuCem, ein Entwurf des Architekten Rudy Ricciotti

Text: Josee Schouten, Fotos: Josee Schouten, außer: Les Docks – CC/Paolo Gilberto, JR CC/CCD FR, Mucem – CC/Jean Pierre Dalbera, Le Vieux Port Gasse und Plage des Catalans – CC/Patrick Nouhailler, Vieux Port -Notre Dame de la Garde – CC/Jean Menjoulet, Cover: Marseille Corniche CC/Cilou101, Ile de Frioul CC/Jerosig, Maison Empereur façacde CC/So P, Aussicht von Notre Dame CC/Marie, Notre Dame CC/Ginger Ninja, Le Vieux-Port (in der Collage Notre Dame) CC/Jeanne Menjoulet.

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