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7 Fauxpas rund um Champagner

Heute feiern die Franzosen den Tag des Champagners. Der ideale Zeitpunkt, um ein paar Missverständnisse rund um diese perlende Köstlichkeit aus dem Weg zu räumen. Und um euch daran zu erinnern, dass man nicht nur an Silvester den Champagner-Korken knallen lassen kann.  

Das Jahr 2020 werden auch die Bewohner der Champagner-Region so schnell nicht mehr vergessen… Schon alleine deshalb, weil mit der Traubenlese schon am 17. August begonnen wurde, was einen Rekord darstellt. Noch nie zuvor wurde die Trauben in der Champagne früher von den Rebstöcken geholt. Den Chamapgner-Winzern sitzen nun die Zukunftsängste im Nacken, denn Chamapgnertrauben gedeihen am besten in einem gemäßigten Klima.

Auf das Leben!

Ein weiterer trauriger Rekord ist der freie Fall der Champagnerverkäufe, der seit Beginn der Corona-Pandemie zu beobachten ist … Ohne Feste und Veranstaltungen wird natürlich auch weniger von diesem edlen Tropfen getrunken. Schade eigentlich. Denn um sich das Zuhause-Herumsitzen etwas angenehmer zu machen, könnte man ruhig des Öfteren einen Champagnerkorken knallen lassen. Bevor ihr jetzt zum Kühlschrank geht … hier noch 7 wissenswerte Hintergründe rund um Champagner.

1. Die Champagnerflasche falsch aufmachen

Beim Öffnen der Champagnerflasche nicht am Korken, sondern an der Flasche drehen. Der Korken steht nämlich unter Druck und will in alle Richtungen herausschießen. Doch wenn ihr eure Hand fest auf den Korken drückt und die Flasche so gut wie möglich unter ihm wegdreht, dann behaltet ihr die Kontrolle. So könnt ihr am besten das sanfte „Seufzen“ entweichen lassen, so wie es auch die Sommeliers machen. Den Korken knallen zu lassen, ist reine Verschwendung, denn dann kommt oftmals auch ein Schwung Champagner mit heraus. Außerdem tritt viel Kohlensäure aus. Dabei hat der Champagner-Winzer sein Bestes gegeben, um gerade diese schönen Luftperlen in die Flaschen hinein zu bekommen.

2. Champagner lange im Kühlschrank bewahren

Eine Flasche Champagner monatelang im Kühlschrank liegen zu lassen, falls sich mal ein Anlass zum Feiern ergeben sollte, ist zwar praktisch, aber nicht gut für das empfindliche Getränk: Da sich durch das Öffnen der Kühlschranktüre die Temperatur laufend verändert und das Licht ständig an und aus geht, hat dies Auswirkungen auf den Geschmack. Lasst die Flasche besser im Keller (oder unten im Kleiderschrank) stehen und kühlt sie einen Tag vor der Feier. Wollt ihr die Flasche schneller kalt bekommen, legt sie dann in eine Schale voller Wasser, Eiswürfel und einem Schuss Salz. Das kühlt schnell runter.

Champagner lange im Kühlschrank bewahren

3. Champagnergläser am Kelch halten

Nachdem sie aus dem Kühlschrank kommt, kann die Flasche vor dem Ausschenken ruhig noch ein paar Minuten bei Zimmertemperatur stehenbleiben, denn 8 bis 10 Grad Celsius ist im Allgemeinen die beste Trinktemperatur für einen Champagner (außer millésimes und prestige cuvées). Schlimmer als ein zu kalter Champagner ist ein zu warmer Champagner. Den bekommt ihr schnell, wenn ihr das Champagnerglas mit der Hand umklammert. Also am besten am Stil oder am Fuß des Glases festhalten, dann bleibt das Getränk am längsten kühl.

 Champagnergläser nicht zu voll gießen

 

4. Champagnergläser zu voll gießen

In ein Champagnerglas sollte man besser nicht zu viel hinein füllen, denn bis man beim letzten  Schluck angekommen ist, ist der Champagner oftmals warm. Schenkt lieber häufiger nach. Beim Einschenken sollte man auf den „Spiegel“ des Glases achten, auf den Punkt, wo das Glas am breitesten ist. Ist der erreicht, kann man mit dem Eingießen aufhören. Habt ihr jedoch eine schmale flûte, dann ist dieser Punkt schlecht zu erkennen. Füllt dann das Glas ungefähr dreiviertel voll.

Was die Form von Champagnergläsern betrifft: Eine coupe (Champagnerschale) ist weniger empfehlenswert, denn aus dieser verschwinden die Kohlesäureperlen am schnellsten. Eine schmale, hohe flûte ist auch nicht superpraktisch, denn da passt die Nase nicht hinein und ihr könnt den Champagner nicht riechen. Die beste Wahl ist ein Champagnerglas in Tulpenform (oder mit einem kleinen Bauch). Möchtet ihr das Geld dafür nicht investieren, dann ist ein Weißweinglas auch eine prima Alternative.

5. Snacks zum Champagner servieren

Knoblaucholiven und Chorizo – das dürften die größten Geschmackskiller sein. Scharfe (Chili), extreme (Knoblauch) oder auch saure Aromen (Gurken) sind keine guten Champagner-Begleiter. Doch ansonsten passt außergewöhnlich viel zu diesem feinen Getränk, vor allem salzige und fette Speisen! Champagner „schneidet“ nämlich auf eine frische und scharfe Art und Weise durch einen Hauch Fett und Salz hindurch. Wusstet ihr, dass frittierte Fleischbällchen gut zum Champagner passen?

6. Champagner nur als Aperitif trinken

Es gibt unglaublich viele köstliche Speisen-Champagner-Kombinationen, deshalb ist es schade, das Getränk nur für einen Umtrunk aus dem Schrank zu holen. Als Begleitung zur Vorspeise (z.B. Meeresfrüchte) könnt ihr dem Champagner besondere Aufmerksamkeit schenken. Doch eigentlich lässt sich der Champagner mit allen Gängen gut kombinieren. So passen einige Champagner-Sorten perfekt zu Thunfisch, Käse oder sogar zu einem Steak.\

Champagner nicht nur als Aperitif trinken
7. Einen Löffel in den Flaschenhals hängen, um die Kohlensäure zu bewahren

Tipp von Oma: Hängt einen silbernen Teelöffel in den Hals der geöffneten Champagnerflasche, und die Perlen bleiben erhalten. Das ist leider Blödsinn! Was aber schon funktioniert, ist ein guter Champagner-Stopper, doch seine Wirkung hängt von der Menge der Flüssigkeit ab, die noch in der Flasche steckt. Ist nur noch eine kleine Bodenlage Champagner übrig, dann wird auch die Kohlensäure schnell verschwinden. Doch eine halbvolle Champagnerflasche könnt ihr mit einem solchen Stopper ruhig einen Tag im Kühlschrank stehen lassen. Aber ob ihr das wirklich wollt, ist eine andere Frage … Ein Champagner-Frühstück ist natürlich auch eine prima Option für eine Flasche, die nicht leergetrunken wurde! ;- )

Mit Dank an Clara de Nijs von Cotidie, Importeur von hervorragenden Champagnern kleiner Erzeuger.

Text: Nicky Bouwmeester, Ulrike Grafberger, Fotos: Gipphy.com, Carole Gölitz, Ulrike Grafberger, Sofie Smagghe (Alice Bown)

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