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7 verwirrende französische Wörter

Diese eigentlich bekannten französischen Wörter können manchmal für Kopfzerbrechen sorgen. Weil sie anders verwendet werden, als wir gewohnt sind, weil uns die feinen Nuancen entgehen, oder einfach, weil sie uns glattweg in die Irre führen. Merkt sie euch für den nächsten Urlaub.

1. Bonjour

Jeder weiß: In Frankreich sollte man mit dem „Bonjour“ nicht geizen. Der Gruß ist immer angebracht, wenn man einen Laden oder ein Restaurant betritt. Als Abschied ist Bonjour jedoch völlig fehl am Platz, dann sagt man besser Au revoir oder Bonne journée. Wenn der Bäcker also nach dem Bezahlen erneut Bonjour! sagt, gilt dies schon dem nächsten Kunden. Jetzt bloß nicht wieder Bonjour sagen! 🙂

2. Merci

„Möchten Sie Kaffee?“ „Merci!“, antwortet der französische Nachbar. Aber was meint er eigentlich damit? Für uns klingt das schnell nach „gerne“, also: ja. Dabei kann Merci in Frankreich zweierlei bedeuten. Wenn oui oder non nicht explizit dazugesagt wird, muss man die Antwort an der Körpersprache ablesen. Merci mit leicht angehobener Hand heißt „Nein, danke“, Merci mit einem Kopfnicken bedeutet „Ja, bitte!“

3. Terrible

C’est pas terrible, sagen junge Franzosen oft. „Nicht furchtbar“, könnte man denken, also irgendwie gut. Falsch gedacht, es bedeutet nämlich genau das Gegenteil. In der modernen Umgangssprache wird das Wort terrible verwendet, wenn man etwas ganz toll findet: Cet acteur est terrible! – Dieser Schauspieler ist echt klasse! Darum heißt Ce n’est pas terrible eben, dass etwas für eher mittelprächtig befunden wird.

4. Ça va?

Ça va? – Wie geht’s? In Frankreich ist das keine offene Frage, sondern mehr eine Art Begrüßung. Also jetzt bitte nicht über den Sonnenbrand klagen oder darüber jammern, dass das letzte Glas Pastis gestern Abend wohl schlecht war. Die passende Antwort wäre vielmehr Oui, ça va très bien, et vous? Eine flüchtige Begegnung hat auf Französisch daher oft etwas von einer verbalen Schachpartie: „Ça va?“ „Ça va!“ „Et toi, ça va?“ „Ça va!“

ca-va-ca-va-ca-va

5. À bientôt

Diese Verabschiedung klingt für uns wie „bis dann“ und wird denn auch oft falsch verstanden und verwendet: À bientôt, bis später am Strand! Dabei bedeutet à bientôt so etwas wie „bis irgendwann“ – das kann auch gerne erst in drei Wochen oder Monaten sein. „Bis dann“ oder „bis nachher“ ist auf Französisch à plus tard oder à tout à l’heure. Hier die richtigen Ausdrücke in absteigender Reihenfolge der Dauer bis zum Wiedersehen:

à bientôt: auf Wiedersehen (in ein paar Tagen, Wochen oder Monaten, so bald es eben möglich ist)

à plus tard: bis später (im Prinzip noch am selben Tag)

à tout à l’heure: bis nachher (in 1 oder 2 Stunden)

à tout de suite: bis gleich (sofort, in 5 Minuten, bin schon auf dem Weg)

6. Si, si!

Wie bitte? „Ja“ ist auf Französisch doch oui oder? Woher kommt denn auf einmal dieses spanisch anmutende Wort? Si verwenden die Franzosen, um das „ja“ zu betonen, gerade wenn das Gegenteil unterstellt wurde. „Du magst doch keine Schnecken?“ Si, je les adore! – Ja, doch, die liebe ich!

7. C’est bon oder c’est bien?

Es ist nicht immer einfach, bon und bien auseinanderzuhalten. Im Prinzip bedeutet c‘est bon, dass etwas gut schmeckt, und c‘est bien, dass etwas gut (gemacht) ist. Praktische Eselsbrücke: Le jambon est bon (Schinken ist lecker). Im Restaurant geht an sich beides: Wenn der Kellner fragt Ça vous a plu? (Hat es Ihnen geschmeckt?), kann man sagen C’était bon (Das Essen war gut) oder auch C’était bien, womit gemeint ist: Alles war prima, sowohl das Essen als auch der Service. Etwas verwirrend ist allerdings, dass c’est bon im modernen Französisch auch so viel bedeutet wie „ist ja schon gut, es reicht“, zum Beispiel in Oui, oui, c’est bon! – Ist ja gut, ich hab’s kapiert!

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3 Antworten zu “7 verwirrende französische Wörter”

  1. Claudine sagt:

    Bonjour et merci für die immer wieder kleinen „Spachführer“. Die sind sehr informativ und nützlich. À bientôt!

  2. rollinger sagt:

    Danke, wieder was gelernt.

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