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Corona-Pandemie in Frankreich – DIE WICHTIGSTEN UPDATES

In den letzten Wochen steigen die Neuinfektionen, und die französische Regierunghat hat die Corona-Maßnahmen in einigen Bereichen wieder verschärft. Lest hier die aktuellen Berichte über regionale Regeln und Reiseempfehlungen für Frankreich.

Letztes Update des Artikels: 24. September

Wie ernst ist die Lage in Frankreich?

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in den letzten Wochen in einigen Regionen Frankreichs drastisch gestiegen. Das gilt vor allem für die städtischen Gebiete sowie für Südfrankreich.

Letzte Woche wurden in Frankreich leider Rekordzahlen an Neu-Infizierten gemeldet – über 10.000 pro Tag! Übrigens nehmen – wie auch in anderen europäischen Ländern – die Neuinfektionen besonders bei den Jüngeren zu (< 40 Jahre); die Krankenhausaufnahmen steigen dagegen nur langsam. Inzwischen wird auch in Frankreich viel mehr getestet als vor dem Sommer: über eine 1 Millionen Tests pro Woche. Der durchschnittliche R-Wert in Frankreich liegt nun bei 1,22 (zum Vergleich: In Deutschland beträgt die Reproduktionszahl 1,17).

Die wichtigsten aktuellen Regeln

Reisewarnung vom Auswärtigen Amt für diese Gebiete: 

  • Île-de-France ((mit der Hauptstadt Paris)
  • Provence-Alpes-Côte d’Azur (mit Marseille, Nizza, Cannes)
  • Occitanie (mit Toulouse)
  • Nouvelle-Aquitaine (mit Bordeaux)
  • Auvergne-Rhone-Alpes  (mit Lyon)
  • Korsika
  • Hauts-de-France
  • Bretagne
  • Normandie
  • Centre-Val de Loire 
  • Übersee-Inseln La Réunion , Guadeloupe, Martinique
  • Überseegebiet Französische Guyana 

In diesen Regionen überschreitet die Zahl der Neuinfektionen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb sie zu Risikogebieten eingestuft wurden. 

Seit dem 23.9. hat die französische Regierung 11 Metropolen und Studentenstädte als „Dunkelrot“ eingestuft. In u.a. Paris, Bordeaux, Toulouse, Montpellier, Nizza, Lille, Rennes, Rouen, Lyon gelten vorübergehend folgende Regeln:
– Private Treffen mit mehr als 10 Personen (Hochzeiten, Geburtstagsfeiern …) sind verboten.
– Die Gastronomie muss um 22.00 Uhr schließen.
– Fitnessstudios dürfen vorübergehend nicht mehr öffnen.

Update am 24.9. In den nächsten Wochen gelten in diversen großen französischen Städten und Ballungsräumen strengere Corona-Maßnahmen. In Marseille und Aix-en-Provence wird die Gastronomie komplett geschlossen (ab 28.9). In u.a. Paris, Lyon, Nizza und Bordeaux wird die Sperrstunde in den Kneipen und Restaurants auf 22.00 Uhr vorgezogen, die Fitnessstudios schließen, und Zusammenkünfte von mehr als 10 Personen sind vorläufig verboten.

Im Departement Bouches-du-Rhône ist die Situation besonders besorgniserregend. In u.a. Marseille und Aix-en-Provence bleibt die Gastronomie vorerst komplett geschlossen (für mindestens zwei Wochen ab dem 28.9.).

Wann muss man sich in Quarantäne begeben?

Das Auswärtige Amt rät, nur „notwendige“ Reisen in die oben genannten Gebiete zu unternehmen und sich bei Einreise nach Deutschland 14 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben oder direkt einen COVID-19-PCR-Test zu machen und das Ergebnis zu Hause abzuwarten. Das Testergebnis muss 14 Tage bewahrt werden. Bitte beachten: Die Quarantänepflicht wird von den Bundesländern geregelt. Daher sollte man sich auf der Webseite des entsprechenden Bundeslandes, in dem man seinen Wohnsitz hat, nach den genauen Quarantäneregelungen erkundigen.

Das Gesundheitsministerium fordert zudem, dass sich jeder, der sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, bei der zuständigen Gesundheitsbehörde melden und seine Adresse angeben muss.

Übrigens ist der Corona-Test für Einreisende aus Risikogebieten weiterhin kostenlos, seit dem 15. September gilt dies jedoch nicht mehr für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten.

Bitte beachten: Die Quarantänepflicht tritt nicht in Kraft, wenn ihr mit dem Auto durch ein Risikogebiet (rote und orangene Zonen) nur hindurch fahrt, ohne das Auto zu verlassen (also auch nicht zum Tanken). Das gleiche gilt, wenn ihr von einem Flugzeug ins andere steigt (und den Flughafen nicht verlasst).

Weitere Infos findet ihr beim Bundesgesundheitsministerium

Welche Folgen hat Code Rot für Frankreich?

In den orangefarbenen und roten Departements gelten von französischer Seite aus derzeit noch keine Reisebeschränkungen für Touristen aus dem Ausland. Dennoch wurden lokal ein paar strengere Corona-Maßnahmen (für alle) getroffen, z.B. eine Maskenpflicht auf der Straße, was derzeit z.B. in Paris, Marseille, Lyon, Straßburg und Nantes der Fall ist.

In Bordeaux (Gironde), Marseille (Bouches-du-Rhône) und Nizza (Alpes-Maritimes) gilt weiterhin ein Verbot für Zusammenkünfte von mehr als 10 Personen (auch zu Hause). Die Höchstzahl der Besucher bei Veranstaltungen wurde in diesen Departements auf 1.000 Personen beschränkt, während die Grenze im restlichen Frankreich bei 5.000 liegt. In Marseille gilt außerdem eine Sperrstunde: Die Gastronomie muss um 23.00 Uhr ihre Türen schließen. Auch für Lyon wurden weitere Einschränkungen angekündigt.

Karte Frankreich

Die wichtigsten Corona-Maßnahmen in Frankreich  

Mund-Nasenschutz (selbstgemacht oder chirurgisch) ist im öffentlichen Nahverkehr und in Museen seit Juni verpflichtend. Seit dem 20. Juli gilt dies auch für alle öffentlichen Gebäude. In den Restaurants darf der Mundschutz am Tisch abgenommen werden, doch wenn man sich als Gast im Raum bewegt, muss er wieder aufgesetzt werden.

An vielbesuchten Plätzen im Freien kann die Stadtverwaltung das Tragen eines Mundschutzes verpflichten. Das gilt z.B. für Märkte, vielbesuchte Einkaufsstraßen oder beliebte Ausgangszonen. In Paris, Marseille und in einigen anderengroßen Städten in Frankreich wird dies sogar in der ganzen Stadt gefordert.

Campingplätze, Hotels und B&Bs haben ihre Einrichtungen angepasst und Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, z.B. Abstand einhalten und Mundschutz in gemeinschaftlich genutzten Räumen tragen. Ähnliche Hygienestandards gelten auch für die französische Gastronomie. So muss zwischen zwei Tischen ein Abstand von 1 m eingehalten werden und es dürfen höchstens 10 Gäste einer Gesellschaft an einem Tisch sitzen. Das Personal muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen und das gilt auch für diejenigen Gäste, die im Restaurants herumlaufen. In Frankreich muss man allerdings nicht den Namen und die Telefonnummer angeben.

Seit dem 1. September müssen die Franzosen auch an ihrem (gemeinschaftlich geteilten) Arbeitsplatz einen Mundschutz tragen. Auch in der Schule gilt eine Maskenpflicht für Lehrer und Schüler ab 11 Jahre.

Französische Grenzbeschränkungen: Für Reisende aus Schengenländern wurden ab dem 15. Juni 2020 alle Einreisebeschränkungen nach Frankreich eingezogen. Es gelten auch für Touristen aus dem Ausland keine Reisebeschränkungen. Man braucht also kein Formular mehr, um ins Land zu reisen. Weiterhin ist Quarantäne für Eingereiste nicht mehr verpflichtend. Allerdings müssen sich auch Touristen an die lokalen Corona-Maßnahmen halten.

Lest hier mehr über die Regelungen rund um den Mundschutz in Frankreich.

Mondmaskers frankreich

französischen Basis-Regeln Urlaub nach Corona Frankreich

Können die Deutschen Urlaub in Frankreich machen?

Für Reisende aus den Schengen-Ländern sind seit dem 15. Juni 2020 alle Grenzbeschränkungen nach Frankreich aufgehoben. Darüber hinaus gibt es derzeit unter Berücksichtigung der oben genannten Reisehinweise keine Reisebeschränkungen für ausländische Reisende im Land. Weiterhin ist Quarantäne für Touristen nicht verpflichtend. Ausnahme: Besucher aus Großbritannien.

Mit dem Auto nach Frankreich: Was ist erlaubt, und was nicht?

In Frankreich existieren keine Regeln über die maximale Anzahl Haushalte pro Auto, und auch der Mundschutz ist nicht verpflichtend im Fahrzeug. Tankstellen und Autobahn-Raststätten sind wieder offen (auch die Toiletten), unter Berücksichtigung der oben genannten Regeln. Ihr könnt an den Raststätten (aires de repos) wieder picknicken, doch mit höchstens 10 Personen pro Gruppe.

Thalys verkehrt nun mit zwei Zügen pro Tag zwischen Deutschland und Paris. Ab 12. Juli wird das auf vier Mal pro Tag erhöht. Im Thalys gilt Mundschutzpflicht. Die ThalysBar ist vorläufig noch geschlossen.

Lufthansa und Air France gehen flexibel mit Buchungen für Reisen bis Anfang Juli um, die noch vor Ausbruch der Pandemie getätigt wurden. Informiert euch über den aktuellen Stand auf den Websites der Fluggesellschaften.

Wo bekommt man gute Realtime-Informationen über das Coronavirus in Frankreich?

Die Website der französischen Regierung wird immer aktualisiert, die neuesten Maßnahmen werden dort deutlich (in Französisch) erklärt. Eine weitere gute Nachrichtenseite (sofern man des Französischen mächtig ist) ist France 24.

The Localein englischsprachige Zeitung über das Leben in Frankreich, veröffentlicht auch regelmäßig Artikel über die derzeitige Situation.

Ebenfalls nützlich: die Website der Französischen Botschaft

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ZUM WEITERLESEN:

Urlaub nach Corona: Was ändert sich in Frankreich?
Paris in Quarantaine; 
Corona-Krise: aktuelle französische Wörterliste

 

10 Antworten zu “Corona-Pandemie in Frankreich – DIE WICHTIGSTEN UPDATES”

  1. andi meier sagt:

    suuupper

  2. andi meier sagt:

    sehr gut

  3. MB sagt:

    Danke, weiter so

  4. Astrid Riedelbauch sagt:

    Cuocou et bonsoir cher webazine Team,
    mein Mann und ich sind seit dem 5. März hier im Landes (Capbreton) in unserem Ferienhaus. Ca. am 20. März hatten wir uns erkundigt ob wir zurück nach Deutschland fahren dürften und man hat es uns verboten. Wir dürften erst nach Beendigung des Confinements fahren. Uns persönlich ist es eigentlich egal ob wir in Deutschland oder Frankreich unsere Isolation absitzen, zumal wir bereits jenseits der 65 sind. Hier in unserer Gegend ist auch die Infektionsrate bisher gering (zum Skifahren in Ischgl etc. fährt hier vermutlich kaum einer….) Begründung fürs hierbleiben wurde uns eigentlich keine genannt. Da wir einsichtig sind und froh sind bisher gesund geblieben zu sein, ist alles gut sowie es ist…..und Kontakte mit unseren Nachbarn haben wir auch über den Zaun hinweg. Traurig bin ich besonders für die kleinen Hotels und die Gastronomie und geschäfte die kein großes finanzielles Polster haben….. auch für die Familien die in engen Wohnungen leben müssen und all die überarbeiteten Pflegekräfte, Ärzte, Polizisten LKW Fahrer etc.
    Auch ihrem Team und all den anderen Journalisten vielen Dank

  5. Bozkurt Wolf sagt:

    Vielen Dank für die ausführliche Berichterstattung.

  6. E. Bauer sagt:

    Auch wenn bereits Lockerungen in Sicht sind, haben mein Mann und ich große Bedenken, dass wir nicht so schnell zu unseren Ferienhaus in Occitanie reisen können. Da wir seit Februar nicht mehr dort waren, werden wir wahrscheinlich das Haus nur noch in der Mitte des Gartens vermuten können. Der Rest wird zugewuchert sein. Wir wären auch gerne für länger dort. Ich verstehe nicht, warum man überhaupt die Grenzen der EU-Länder geschlossen hat. Der Virus geht doch von Mensch zu Mensch und nicht von Land zu Land.

  7. U.Bender sagt:

    Mal eine Frage…. wie bekomme ich den als Ausländer die franz. Corona App auf mein Smartphone. Das scheint nur für französische Nummern zu funktionieren – für den Urlaub in Frankreich (oder sonstwo in Europa) wäre ja wohl eine europäische App besser. Oder gibt es einen Trick, um die StopCovid-App auf ein Telefon mit dt. Nummer zu laden. Danke.

    • Josee sagt:

      Es war für uns kein Problem, die App herunterzuladen. Sie steht im App Store zur Verfügung, auch für deutsche Telefonnummern. Probier’s doch einfach noch einmal.

  8. Danielle sagt:

    Hallo Allerseits, wie sieht es denn eigentlich mit den „Spaßbädern“ in den Ferienanlagen aus? Sind diese geöffnet bzw. nutzbar? Weiß jemand etwas darüber?
    Sonnige Grüße
    D. Ferber

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