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Schlank sein wie die Franzosen: Welches Geheimnis steckt dahinter?

Vor allem die Frauen in unserem Nachbarland Frankreich gelten gemeinhin als schlank und rank. Da stellt sich uns natürlich unweigerlich die Frage: Wie machen die das? Wir decken die Schlank-Geheimnisse auf!

Schlank wie die Französen

Schlank trotz Schlemmen – wie geht das?

Essen wie Gott in Frankreich – dieser Spruch kommt nicht von ungefähr. Die Franzosen lieben bekanntlich üppige Mahlzeiten, die – anders als in Deutschland – gut und gern mehrere Stunden andauern. Mittag- und Abendessen bestehen meist aus drei, manchmal auch aus fünf oder noch mehr Gängen, vom Apéritif bis zum Dessert, das eine Süßspeise oder eine Käseplatte sein kann. Zu den übrigen Gängen wird immer Brot gereicht.

Noch dazu wird das Abendessen oft erst gegen 20 Uhr serviert. Um den Hunger zwischen Mittag- und Abendessen nicht zu groß werden zu lassen, genießt man in Frankreich am Nachmittag le goûter, einen kleinen Snack: Zu Kaffee, Kakao, Milch oder Saft gibt es Schokocroissants, Kuchen oder Kekse.

Generell legen Franzosen extrem viel Wert aufs Essen und geben dafür mehr Geld aus als Deutsche, wie ein europäischer Vergleich der Konsumausgaben zeigt: Im Jahr 2018 lag der Anteil der Lebensmittel und alkoholfreien Getränke an den privaten Konsumausgaben in Frankreich bei 13,1 Prozent, in Deutschland bei 10,8 Prozent. Lieber verzichten unsere Nachbarn auf andere Dinge wie eine größere Wohnung oder neue Möbel als auf gutes Essen.

Aber wie schaffen sie es, trotz der vielen Leckereien so gut auszusehen? Es gibt verschiedene wissenschaftliche Studien zum Thema Ernährung, die sich mit dem Einfluss von bestimmten Ernährungsweisen und Lebensmitteln auf unseren Körper beschäftigen. Eine Studie hat ergeben, dass eine kurzzeitig vegane Ernährung beim Abnehmen hilft. Dagegen begünstigt eine zu fettreiche Ernährung den Fettanteil im Körper – auch, wenn es sich ausschließlich um vermeintlich gesunde Fette handelt. Andere Studien zeigen, dass sich eine proteinreiche Ernährung entgegen der Vermutung nicht negativ auf den Körper auswirkt.

Machen sich die Franzosen diese positiven Effekte zunutze oder steckt noch ein anderes Geheimnis hinter ihren schlanken Körpern?

Schlank wie eine Französische

Geheimnis 1: Franzosen sind echte Genießer

Unsere französischen Nachbarn wissen, wie man es sich richtig gutgehen lässt. Da machen sie erst recht beim Essen keine Ausnahme: Statt sich zwischendurch mehr oder weniger unbewusst einfach irgendwas reinzuschieben, wählen Franzosen sorgfältig aus, was sie essen und genießen ganz bewusst jeden Bissen.

Dadurch wird das Essen zu einem intensiveren Erlebnis und das Sättigungsgefühl gleichzeitig bewusster wahrgenommen, sodass sie sich unnötige Kalorien sparen können. Der Effekt: Sie essen insgesamt weniger.

Franzosen zelebrieren ihre Hauptmahlzeiten, dem Mittag- und Abendessen, und verbinden sie gerne mit einem ausgiebigen Plausch, sodass das Essen gut und gerne mehrere Stunden andauert. Währenddessen legen sie immer wieder kleine Essenspausen ein. Besonders beim Abendessen sowie beim Essen an Sonn- und Feiertagen sitzen die Franzosen mit Freunden oder der Familie länger zusammen.

Französische Kultur - a table

Geheimnis 2: Sie essen nur im Sitzen

Klingt banal, hat aber deutliche Auswirkungen auf die Figur! Wie gesagt, essen Franzosen nicht zwischen Tür und Angel, sondern nehmen sich Zeit fürs Essen. Das bedeutet auch, dass sie nicht essen, während sie schon halb aus der Tür raus sind. Stattdessen setzen sie sich in Ruhe hin, um ihr Essen langsam und bewusst zu genießen.

Wer im Gehen ist, neigt dazu, zu hastig zu essen und sich eher auf andere Dinge zu konzentrieren. Die Happen werden eilig heruntergeschluckt. Es dauert aber ein paar Minuten, bis der Magen dem Gehirn Sättigung signalisiert. Wer zu schnell isst, übergeht dieses Signal und isst mehr, als nötig gewesen wäre.

Noch dazu tritt das Sättigungsgefühl bei Bewegung erst später ein als im Sitzen. Gehen als Tätigkeit wirkt auf das Gehirn zudem wie ein Ablenkungsmanöver. Sprich: Wir nehmen nicht bewusst wahr, dass wir eigentlich gerade essen und haben nach kurzer Zeit schon wieder Hunger.

Geheimnis 3: Sie lieben frische Zutaten

Franzosen bevorzugen beim Kochen immer frische Zutaten und achten auf eine gute Lebensmittelqualität. Nicht umsonst gelten französische Köche als die Elite der Gastronomie. Schließlich wird auch der Bocuse d’Or, der Oscar der Köche, in Frankreich verliehen. Der Preis geht zurück auf den französischen Starkoch Paul Bocuse.

Paul Bocuse sagt.. Doch das Kochen mit frischen Produkten verleiht eben nicht nur Preise, sondern auch eine schlanke Figur. Außerdem kommen in der cuisine française vorrangig regionales Gemüse auf den Teller, am liebsten frisch vom Markt. Dazu gibt es Fisch und mageres Fleisch et voilà, die Figur kann sich sehen lassen!

Fertiggerichte dagegen strotzen nur so vor Zucker, Fett, künstlichen Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern. Sie bieten keine Nährwerte, treiben dafür aber den Blutzuckerspiegel fleißig nach oben – und die Heißhungerattacke ist vorprogrammiert.

Geheimnis 4: Franzosen essen lieber kleine Portionen

Eine wichtige Faustregel, die die Franzosen bei ihren oft mehrgängigen Mahlzeiten konsequent befolgen: Je mehr Gänge serviert werden, desto kleiner sind die Portionen. Das klingt einleuchtend, denn anders wäre ein bis zu acht-gängiges Menu auch nicht zu schaffen. Der Vorteil: Wenn die Portionen klein ausfallen, kann man umso mehr probieren.

Einem Franzosen würde es außerdem nie einfallen, sich den Bauch mit einem großen Schnitzel und einer ebenso großen Portion Pommes vollzuschlagen.  Das geht völlig gegen die französische Lebenseinstellung und hat rein gar nichts mit Genuss zu tun.

Geheimnis 5: Sie nutzen Wein als Fettkiller

Frankreich ist das Land der guten Weine. Nicht verwunderlich also, dass die Franzosen zum Essen gerne Wein trinken. Rotwein, Weißwein, Roséwein – passend zu dem, was serviert wird, wählen sie den edlen Tropfen aus.

Damit wenden sie – vielleicht sogar ganz bewusst? – einen weiteren kleinen Diät-Trick an. Denn ein Glas Rotwein am Tag, genauer gesagt der Pflanzenabwehrstoff Resveratrol, regt die Verbrennung von Fettzellen an. Also dann, tchin-tchin!

Schlank wie eine Französische

Geheimnis 6: Sie trinken viel Wasser

Zu viel Alkohol geht wiederum auf die Hüften. Das wissen unsere klugen Nachbarn natürlich und gleichen ihren Weinkonsum mit reichlich Wasser aus. Tatsächlich steht zu jeder Mahlzeit immer Wasser mit auf dem Tisch. Das kommt meist direkt aus der Leitung. Speziell in der Auvergne, einer Region im Zentrum Frankreichs, sprudeln über 100 Mineral- und Quellwasser von bester Qualität aus der Erde.

Aber warum ist Wasser ein Schlankmacher? Menschen, die zwei Gläser Wasser vor dem Essen trinken, nehmen nachweislich bis zu 90 Kalorien pro Mahlzeit weniger zu sich. Das hört sich erstmal nicht nach viel an, aber wie heißt es so schön: Kleinvieh macht auch Mist!

Und: Wasser ist die Nummer eins aller Nährstoffe. Man kann seine Ernährung noch so gut im Griff und die perfekte Balance aus Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten gefunden haben – wenn der Körper nicht ausreichend mit Wasser versorgt ist, nutzt das alles wenig.

Wasser übernimmt viele wichtige Aufgaben im Körper: Es regt den Stoffwechsel an, verbessert die Leistung der Organe und des Gehirns, entfernt Schadstoffe und transportiert Nährstoffe dahin, wo sie benötigt werden.

Geheimnis 7: Franzosen haben Spaß am Leben

Franzosen genießen nicht nur das Essen, sondern jeden einzelnen Tag. Sie lassen sich nicht von Diät-Trends oder utopischen Schönheitsidealen stressen oder gar zum Hungern treiben. Sie geraten auch nicht gleich in Panik, wenn die Waage mal ein, zwei Kilo mehr anzeigt. Franzosen fühlen sich einfach wohl in ihrem Körper und akzeptieren sich so, wie sie sind. Definitiv ein Punkt von den Dingen, die wir von ihnen lernen können.

Kurzum: Franzosen haben andere Denkmuster und stellen den Spaß an erste Stelle. Fitnessrituale oder Diäten machen sie nur, wenn es ihnen guttut und Freude bringt.

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