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5 französische Essgewohnheiten im Wandel

Klischees über die Küche und die Essgewohnheiten der Franzosen gibt es zuhauf. Sitzt man in Frankreich wirklich so lange am Essenstisch? Ist Naschen immer noch ein Tabu? Und bleiben die Françaises wirklich ewig schlank?

Die Franzosen essen (etwas) weniger Fleisch

In der klassischen Bistroküche nimmt Fleisch noch immer die Hauptrolle ein. Entrecôte, Entenbrust, Blutwurst gehören zum Menü einfach dazu, als Beilage gibt’s häufiger Kartoffeln als Gemüse. Und dennoch verzehren die Franzosen immer weniger Fleisch: In den letzten 10 Jahren verringerte sich der französische Fleischkonsum um durchschnittlich 12%. Unter Personen mit höherem Bildungsniveau liegt der Durchschnitt gar bei 20%. Rund 40% der Franzosen bezeichnen sich als Flexitarier. Das entspricht ungefähr der deutschen Bevölkerung, von der rund 37 % (Quelle: GfK) den Fleischkonsum bewusst verringern und regelmäßig auf Fleisch verzichten.

Fleisch

Die Franzosen sitzen kürzer am Essenstisch

Der Weltrekord bleibt ihnen erhalten: Die Franzosen verbringen täglich durchschnittlich 2 Stunden und 13 Minuten am Essenstisch. Das ist doppelt so lange wie die Amerikaner (1 Stunde) und ein klein bisschen mehr als die Spanier (2 Stunden und 6 Minuten). Dennoch nimmt man sich immer weniger Zeit fürs Essen: Vor allem die Mittagspause am Arbeitsplatz fällt stets kürzer aus (durchschnittlich 35-45 Minuten), und auch in Frankreich sind die Fastfood-Restaurants im Vormarsch. Seit 2007 hat sich die Anzahl der McDonalds-Filialen verdoppelt: Frankreich ist sogar der zweitgrößte Markt der amerikanischen Hamburgerkette. Trotzdem kann das Mittagessen am Sonntag noch immer (ewig) lang dauern. Vor allem bei festlichen Anlässen kann es passieren, dass sich die Gesellschaft erst um17 Uhr vom Tisch erhebt.

Diner

Die Franzosen snacken häufiger zwischendurch

Schade, eine der vernünftigsten Essensgewohnheiten der Franzosen verliert an Bedeutung: Die festen Essenszeiten waren heilig, und zwischendurch wurde nur wenig genascht und gesnackt. „Le grignotage’“, so wie es in Frankreich heißt, ist im Kommen: 1 von 3 Franzosen nascht regelmäßig zwischendurch, was die immer häufiger anzutreffenden Chipstüten und Schokoriegel zum Mitnehmen in den Geschäften widerspiegeln.

Françaises können auch dick werden

Ganze Bücher wurden über die Diätgeheimnisse der Pariserinnen und das  „französische Paradox“ geschrieben. Denn wie kann es sein, dass die Franzosen so gut und so viel essen, ohne dick und krank zu werden? Dieser Mythos hat jedoch an Glanz verloren, denn laut Statistik sind 41 % der Franzosen übergewichtig. In Deutschland liegt die Zahl wesentlich höher: 52 % der Erwachsenen sind zu dick.

Fransen essen weniger Baguette

Noch immer gehört zu einem ordentlichen französischen Essen ein Baguette dazu: 79% aller Franzosen möchten auf das Brot zum Essen nicht verzichten. Dennoch verzehren die Franzosen nur noch ein Drittel derjenigen Menge aus den 1950er-Jahren, was einem halben Baguette pro Person und Tag entspricht. Damit nimmt ein Franzose rund 43 Kilo Brot pro Jahr zu sich. In Deutschland ist es mit 46,6 Kilo pro Jahr sogar noch etwas mehr.

Baguette tradition

Fotos: CC/Andreas Kushumahadi (baguette), CC/Jay Wennington (tafel), CC/Jez Timms (Fleisch)

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