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Eine Reise durch Frankreichs schönste Regionen

Egal, ob ihr schon viele Male in Frankreich unterwegs gewesen seid, oder ob ihr das Land erst kennenlernt – es hat so viel zu bieten, dass die Entscheidung, wo es hingehen soll, oft ganz schön schwer ist. Nicht umsonst zählt die Grande Nation zu den beliebtesten Reiseländern. Zur besseren Entscheidungsfindung stellen wir euch die schönsten Regionen vor.

Wochenlang Frankreich pur

Wer sich die Zeit für einen langen Urlaub nehmen kann, hat die Möglichkeit so richtig ins französische Lebensgefühl einzutauchen. Wie bei jeder längeren Reise, sind verschiedene Vorbereitungen nötig, angefangen bei der Wohnung zuhause, die für die Abwesenheit urlaubssicher gemacht werden sollte.

Bei einer längeren Tour gilt ein besonderer Blick zudem der persönlichen Absicherung. Neben einer Reiseapotheke sollte vor Beginn geprüft werden, ob ein ausreichender Krankenversicherungsschutz für das Ausland besteht. Genauso sinnvoll kann die Haftpflichtversicherung sein. Hier sollte man sich informieren, ob diese auch im Ausland gilt und entstandene Schäden dort abdeckt. Es lohnt sich, das Kleingedruckte dazu einmal genauer zu studieren.

Dann steht natürlich die Routenplanung an. Wenn feststeht, welche einzelnen Orte besucht werden sollen, kann im Anschluss nach Übernachtungsmöglichkeiten gesucht werden. Wohin es genau gehen soll, hängt ganz von den persönlichen Interessen ab. Wir haben aber eine ganze Reihe spannender Vorschläge dazu.

Der raue Charme der Normandie

Beginnen wir mit den Naturwundern Frankreichs: Das Land ist von ungefähr 5.500 Kilometer Küstenlinie mit einer vielseitigen und spektakulären Landschaft umgeben. Die Normandie oben im Norden zum Beispiel ist rau und windumtost, voller Steilküsten, Klippen und zwischendrin auch traumhafter Sandstrände. 640 Kilometer lang ist die Küste der „Nordmänner“, der Normannen, nach denen die Gegend benannt wurde.

Hier, entlang der Alabasterküste, der Blumenküste und Perlmuttküste reiht sich ein Fischerdorf an das nächste. Dazwischen liegen charmante Seebäder, in denen schon die britische High Society Anfang des 19. Jahrhunderts Urlaub machte. Insbesondere die Hafenstadt Dieppe und der Ort Ètretat mit seinen berühmten Kreidefelsen stehen im Kurs der Normandie-Besucher ganz weit oben.

Etretat

Auch abseits der Küste findet ihr viele authentische Städte und Städtchen mit mittelalterlichem Charme: Zum Beispiel das berühmte Rouen oder auch Bayeux sowie Caen. Nicht zu vergessen der sagenumwobene Mont Saint Michel, der geschichtsträchtige Klosterberg, UNESCO-Weltkulturerbe und- neben den Landungsstränden des DDay – wahrscheinlich die bekannteste Sehenswürdigkeit der Normandie.

Wenn ihr die Region mit dem Auto erkunden möchtet, könnt ihr in Giverny starten und dort zunächst das Seine-Tal erkunden. Für Kulturfreunde: Hier steht das Haus und heutige Museum des französischen Impressionisten Claude Monet. Nächster Stopp wäre Rouen (die Kathedrale ist spektakulär). Weiter geht es zur Blumenküste nach Honfleur. Von dort aus ist es nur ein Katzensprung bis nach Étretat und Le Havre.

Über Caen und Bayeux (hier gibt es Wissenswertes über den 2. Weltkrieg) führt die Fahrt Richtung Bretagne zu den Landungsstränden. Klar – hier geht es in erster Linie um den DDay, der Landung der Alliierten in die Normandie 1944. Über die Halbinsel Cotentin mit seinen Badebuchten, den vielen Steilküsten und Fischerdörfern geht es weiter zur Bucht von Mont Saint Michel. Den heiligen Berg könnt ihr schon von weitem sehen. Legt hier unbedingt einen Stopp ein!

Die Camargue: Unendliche Weiten

Wenn du Naturliebhaber bist, wirst du von der Camargue begeistert sein. Das riesige Schwemmgebiet, das vom Rhône-Delta und dem Mittelmeer begrenzt ist, ist pure Idylle. Hier ist eine sagenhafte Kulturlandschaft entstanden, in der sich Rinder, schwarze Stiere und Pferde frei bewegen und Vogelschwärme in den Flachwasserseen nach Nahrung suchen.

Highlight sind auf jeden Fall die unzähligen rosa Flamingos, die in den Salinen nach Nahrung, den Salinenkrebsen, suchen. Bekannt ist die das einzigartige Naturgebiet besonders für die dort wildlebenden, Camargue-Pferde.

Die abwechslungsreiche Landschaft vereint Sümpfe, weites Weideland, Reisfelder und imposante Sanddünen. Sonnenanbeter lieben besonders den Plage de l’Espiguette, der als längster Strand Europas gilt. Hauptort der Region ist das Fischerdorf Saintes-Maries-de-la-Mer mit seinen Sandstränden, den anmutigen Bauten und kristallklarem Wasser. Auch Arles sollte auf deiner Bucket-List stehen, wenn du einen Besuch in der Camargue planst. In der Stadt kannst du viele Eindrücke aus jener Zeit gewinnen, als die Römer dort das Sagen hatten. Zum Beispiel das riesige Amphitheater Les Arènes, das noch heute für Aufführungen genutzt wird.

Camargue

Andere bedeutende Sehenswürdigkeiten in der Camargue, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet, sind zum Beispiel

  • Der Vogelpark von Pont-de-Gau: Auf zwei Rundwegen mit einer Gesamtlänge von etwa sieben Kilometern bekommt ihr es mit riesigen Schwärmen von Flamingos und vielen anderen Vogelarten zu tun. Fernglas nicht vergessen!
  • Naturreservat und Regionalpark Camargue: Der Park liegt südlich von Arles zwischen der Petit und der Grande Rhone und besticht durch viele Seen und Sümpfe
  • Das Museè de Camargue (am Mas du Pont de Rousty) bietet Einblicke in das Leben der Bewohner und das traditionelle Handwerk

USA-Feeling in der Grand Nation

USA-Feeling in Frankreich? Auch das geht: In der gesamten Grande Nation gibt es Orte mit ganz besonderen geologischen Reizen. Fahrt zum Beispiel nach les Orgues d’Ille-sur-Têt, um euch davon zu überzeugen. Die bizarren Felsformationen nahe Perpignan wurden über Jahrmillionen von Wind und Wetter geformt. Über fünf Millionen Jahre alt sind die majestätischen Felsen aus Sandstein und Ton und erinnern der Form nach – wie der Name schon sagt – an Orgelpfeifen.

Die Orgelpfeifen sind jedoch nicht die einzigen aufsehenerregenden Felsformationen der Region, es gibt noch viel mehr, und auch Canyoning ist hier und da Überhaupt ist die Gegend um Perpignan eine ausgiebige Urlaubstour wert – nicht nur für Kulturinteressierte:

Dazu startet ihr am besten mit einer Stadtführung in Toulouse und fahrt weiter über Perpignan nach Narbonne. Bei Perpignan lohnt sich übrigens auch ein Stopp in Ceret, wo früher Picasso, Braque und Matisse Urlaub machten. Vorbei an Weinbergen könnt ihr hier, am Fuß der Pyrenäen, gleich noch den Pic du Canigou umrunden. Dabei unbedingt die Abtei von Sankt-Michel-de-Cruxa besichtigen.

Narbonne ist nicht weit entfernt (rund 67 Kilometer) und hier werdet ihr gleichzeitig noch mit einer pittoresken Kulisse überrascht. Die frühere Hauptstadt Galliens und Herrschersitz der Westgotenkönige hat viele Relikte bewahren können, darunter Teilstücke alter Straßen, die Stadtkrone von Narbonne und die einzige Kaufmannsbrücke Südfrankreichs. Sehenswert sind auch die Markthallen, die „Halles de Narbonne“ und die beeindruckende mittelalterliche Festung von Carcassonne.

Eher schaurig ist es im Horreum, einem unterirdischen Netz aus uralten Gängen. Weiter geht es nach Montpellier. Schon auf dem Weg dorthin gibt es unzählige Eindrücke: Zum Beispiel die Burg Peyrepertuse auf einem Felsen über dem Dörfchen Duilhoac-sous-Peyrepertuse, das Zisterzienserkloster Abbaye Saint-Marie de Fontfroide oder die Katharerburg Quéribus.

In Montpellier schließlich erlebt ihr mediterranes Treiben und ein großes kulturelles Angebot sowie unzählige Monumente wie den Triumphbogen Ludwigs des XIV. Wenn ihr schon einmal in der Gegend seid, nehmt euch am besten auch die Höhle von Niaux vor. Die Wandmalereien, die ihr dort sehen werdet, gehören zu den ältesten der Menschheitsgeschichte.

Postkartenmotive in der Provence

Postkartenmotive gibt es überall in Frankreich, insbesondere in der Provence. Hier ist das Klima angenehm mediterran und ihr lernt auf eurer Fahrt viele urige Bergdörfer im Luberon und den Alpillen kennen. Vor allem könnt ihr eintauchen in den Duft der lilafarbenen Lavendelfelder, für die die Region bekannt ist. Genauso wie für die gute Küche.

Provence lavendel

Die Provence hat viele unterschiedliche Gesichter – Avignon und Nîmes sind zwei davon. Während das mittelalterliche Avignon im Herzen der Provence unter anderem mit dem Papstpalast und der berühmten Saint-Bénezet-Brücke von sich reden macht, hat Nîmes viele Hinterlassenschaften aus der Römerzeit zu bieten, zum Beispiel ein Amphitheater mit 21.000 Plätzen. Genauso sehenswert ist auch Aix-en-Provence.

In der Region rund um den Mont Ventoux in der Provence kommt ihr an den berühmten Lavendelfeldern vorbei und erlebt gleichzeitig echtes Berg-Feeling, denn immerhin müsst ihr 1.909 Höhenmeter überwinden, um ein Selfie am Gipfelkreuz zu machen.

Das Massiv war schon den Kelten heilig, und auch heute spielt der Berg eine bedeutende Rolle in der Region, zum Beispiel als legendärster Gipfel der Tour de France. Wenn ihr hier abseits der Touristenströme unterwegs sein wollt, solltet ihr unbedingt eine Wanderung durch das Biosphärenreservat einplanen. Zum Beispiel ab Malaucène Richtung Kapellen nahe der Groseau-Quelle.

Auch die Schluchten der Nesque sind ein Erlebnis für Wanderer. Genauso wie die berühmte Verdonschlucht in der Provence, ein bis zu 20 Kilometer langer und bis zu 700 Meter tiefer Canyon. Dort liegt auch der größte und schönste See der Provence – der Lac de Sainte-Croix. Noch mehr Felsen, dieses Mal in Ockertönen, gibt es in Roussillon und Rustrel zu sehen. Die Region ist für ihr beeindruckendes Farbenspiel aus blauem Himmel, sattgrüner Vegetation und ockerfarbenem Gestein bekannt und beliebt.

Bildquellen: Bild 1: stock.adobe.com @ PUNTOSTUDIOFOTO Lda, Bild 2: stock.adobe.com @ larauhryn, Bild 3: stock.adobe.com @ Boris Stroujko

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