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Ab in die französischen Alpen: Diese Dinge müssen mit!

Frankreichs Anteil am größten europäischen Gebirge gilt unter Kennern nicht nur als der vielfältigste Bereich, sondern auch derjenige, der am wenigsten mit Pauschal- und Partytouristen überlaufen ist. Beste Voraussetzungen also für Spaß UND Erholung im Winterurlaub. Wir zeigen euch, was ihr für einen Trip nach les Alpes françaises unbedingt mit in euer Gepäck stecken solltet.

Chamonix, Val Thorens, Val d’Isère, La Plagne, Courchevel – einige bedeutende Wintersportorte mit bekannten und klangvollen Namen liegen in den französischen Alpen. Auch die höchsten Gipfel befinden sich dort – darunter der Mont Blanc als Spitzenreiter. Aber die wenigsten kennen die zahlreichen charmanten Skidörfer Frankreichs mit Tradition und Flair wie z.B. La Clusaz, les Gets, Châtel, Les Houches. Wer bislang nur in den deutschen, österreichischen oder schweizerischen Skigebieten unterwegs war, sollte sich für sein „erstes Mal“ in den französischen Wintersportorten entsprechend vorbereiten – und an ein paar besondere Reiseutensilien denken. 

1. Umgang mit sprachlichen Eigenheiten

Jahr für Jahr stolpern in den Alpen tausende Menschen, die eigentlich ziemlich gut Französisch sprechen, über die sprachlichen Eigenheiten und auch das, was „falsche Freunde“ bekannt ist. Wörter und Begriffe, die man eigentlich aus dem Französischen kennt, die aber in den Alpen einen neuen Zusammenhang bekommen. Einige Vokabeln, um die Sachlage zu verdeutlichen:

  • Après-Ski bezeichnet hier nicht nur die große Sause am Ende des Skitages in der Talstation. Tatsächlich sind Les Après-Ski vornehmlich die dicken Moonboots, in die man schlüpft, wenn man die eigentlichen Skischuhe ausgezogen hat, um darin zum Après-Ski zu stapfen.
  • Chasse-neige nennen auch die Alpen-Franzosen ihren Schneepflug. Wahlweise die großen Straßenräummaschinen oder auch kleinere handbetriebene Exemplare. Während man als Ski-Anfänger in Deutschland analog zur V-Form des Chasse-neige von der Pflugstellung spricht, wenn man langsam die ersten Fahrversuche macht, ist das französische Wort dafür nicht üblich.
  • Beim Begriff Tout Schuss lässt sich die Ähnlichkeit zur deutschen „Schussfahrt“ bereits erahnen. Hier haben sich die Franzosen scheinbar bei unserem Wortschatz bedient. Wer mag, kann sich mit der gleichnamigen Kinokomödie aus dem Jahr 2015 schon mal auf die Sprache und den Pistenspaß einstimmen.
  • Station ist primär im Französischen erst mal eine Haltestelle, etwa für Bus oder Bahn, bezeichnet aber auch die Berg- oder Talstation. Das Skigebiet im Gesamten wird wiederum als domaine bezeichnet – ein Begriff, der manchen vielleicht eher im Zusammenhang mit Weinregionen bekannt ist.
  • Die Skibrille ist nicht, wie man annehmen könnte, Lunettes de Ski, sondern kompromisslos le Masque (de ski) – die (Ski-)Maske.
  • Bosse steht für Buckel. In den Alpen wird das Wort demnach auch zum Gattungsbegriff für die Buckelpiste.

Valmorel

Aber: Es gibt nicht nur „falsche Freunde“ in den Alpen, man kommt auch mit seinem normalen Französisch sehr weit. Die École de ski beispielsweise ist genau das, die Skischule, ohne weitere Begriffe.

2. Hilfreiche Apps

Auto Wintersport

Klar, ohne Ordiphone verreisen ohnehin die wenigsten, schon deshalb, weil es dank Navifunktion die Anreise per Auto erleichtert. Tatsächlich sollte das aber nicht die einzige App sein, die ihr euch vor dem Trip installiert. Da gibt es noch einige weitere:

  • Als Basis können ganz grundlegende digitale Reisehelfer gute Dienste leisten. Darunter etwa TripLingo: Die App ist ein Sprachführer, der auch Slang-Wörter inkludiert und sich somit perfekt eignet, um Punkt eins dieses Artikels abzuhaken.
  • Vor allem an den Wochenenden und natürlich in den Ferien kann es rund um die beliebten Skigebiete zu Staus kommen, weil sich sowohl Franzosen als auch Italiener und Schweizer zu ihren Reisezielen aufmachen. Pflicht ist deshalb Bison Futé. Das ist die App des gleichnamigen französischen Verkehrsdienstes, die genau zeigt, wo ihr wann wie lang mit Staus rechnen müsst.
  • Hoteltonight ist die Rettung für alle, die sich treiben lassen wollen oder so lange im Stau stehen, dass die ursprüngliche Übernachtungsmöglichkeit an diesem Tag unerreichbar ist. Die App zeigt einem für französische Städte sämtliche Last-Minute Hotelangebote, die nur für diesen Abend gelten.

3. Das richtige Gepäck im Winter

Auto Valmorel

In einem Punkt unterscheiden sich die Orte der französischen Alpen nicht von den österreichischen Alpen: Auch hier käme niemand auf die Idee, bei Schneefall Straßen und Gehwege umfangreich zu räumen. Selbst große Hotels machen das nur recht selten. Oft findet man eher eine festgetretene Schneeschicht vor, auf der etwas Split oder Sand für besseren Halt sorgt. Bedeutet also: Ihr werdet mitunter euer Reisegepäck ein paar Meter weit durch den Schnee bugsieren müssen.

Vor allem bei billigen Rollkoffern sind dann meist die kleinen, wackeligen Rädchen ein Schwachpunkt. Wer vorher weiß, dass das Gepäck ein gutes Stück selbst transportiert werden muss, sollte auf stabile Koffer mit belastbaren und im besten Fall etwas größeren Rädern zurückgreifen. Eine große Sporttasche mit Tragegurt kann ebenfalls eine Alternative sein.

4. Wichtige Utensilien und Dokumente für unterwegs

Wenn ihr mit dem eigenen Auto anreist, solltet ihr euch bewusst sein, dass in Frankreich Schneekettenpflicht kurzfristig angeordnet werden kann – und wo passiert das wohl besonders häufig? Exakt, in den Alpen.

Besonders wichtig wird diese Tatsache aber bei Mietwagen: Erkundigt euch vorher immer, ob zu dem gebuchten Auto Pneus d’hiver (Winterreifen) sowie chaînes à neige (Schneeketten) dazugehören – meist müssen sie nämlich kostenpflichtig dazugebucht werden.

Winterreifen Snowboarder

Snowboarder sitting on relax moment at sunset in Les Deux Alpes ski resort – Winter sport concept with person on top of the mountain ready to ride down – Legs view point with warm backlighting filter

Wichtig auch für alle, die sich in der Nähe des Genfersees aufhalten, denn der liegt bekanntlich nur zum Teil in Frankreich: Beim Rundfahren ist man schneller in der Schweiz, als man eigentlich geplant hat. Und da gilt ausnahmslos eine Vignettenpflicht auf den Autobahnen. Das sollte man auch dann beachten, wenn man über den Genfer Flughafen anreist.

Leider ist die Schweizer Vignette grundsätzlich nur für ein Jahr erhältlich, kürzere Zeiträume sind nicht verfügbar, weshalb sie mit satten 36,50 Euro zu Buche schlägt. Trostpflaster: Ihr könnt sie schon vor Reisebeginn ordern, die Deutsche Post vertreibt sie.

5. Badesachen nicht vergessen

Badesachen Wintersport

In vielen Unterkünften in den französischen Wintersportgebieten gehört ein Wellnessbereich eher zum Standard als zur Ausnahme. Bikini, Badehose oder was man sonst zur luxuriösen Erholungspause zwischen den rasanten Abfahrten auf der Piste benötigt, sollte man deshalb in keinem Fall zu Hause vergessen.

Wer übrigens vorhat, auch in die Sauna zu gehen, muss in jedem Fall an passende Kleidung denken. Denn anders als in Deutschland herrscht in Frankreichs Saunen Textilpflicht – beinahe ohne Ausnahme.

6. Ein paar sommerliche Klamotten

Quartier du Port Nice

Wohl die wenigsten von euch kämen auf die Idee, wenn sie im Winter nach Zermatt und Co. fahren, sommerliche Kleider einzupacken. Bei den französischen Alpen solltet ihr jedoch genau das tun, zumindest falls ihr dort in den südlichen Regionen Urlaub macht. Denn der Gebirgszug endet ziemlich abrupt am Mittelmeer.

Die letzten schneebedeckten Gipfel der Alpes ligures und die Alpes Maritimes trennt keine große Distanz. Vom modernen aber feinen Wintersportort Isola2000 aus beträgt der Weg an die Côte d’Azur und ins malerische Nizza nur rund 70 Kilometer. Von einigen umliegenden Domaines aus kommt man auch mit einer sehr günstigen Busverbindung nach Nizza. Alternativ könnte ein Auto gemietet werden. Vor allem zur Faschingszeit lohnt sich ein Tagesausflug nach Nizza, bevor es auf der Piste weitergeht.

Gerade dieser Gegensatz kann einen Winterurlaub zu etwas ganz Besonderem machen. Bei den Winterferien mit der Familie lassen sich somit gleichzeitig auch die oft sehr unterschiedlichen Wünsche jedes Einzelnen unter einen Hut bringen: Am einen Tag sind dann sportliche Aktivitäten im Schnee angesagt, am nächsten gibt es einen Eisbecher im Café an der Strandpromenade unter Palmen.

Bildquellen: fotolia.com © Mirko, CC/Benoît Mouren-La Clusaz, Carole Gölitz, Josee Schouten

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