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Mode: So gelingt der „French Chic“

Für viele Menschen ist Frankreich der Inbegriff von Stil: Die wohlklingende Sprache, das köstliche Essen und natürlich die Mode … scheinbar alles und jeder ist hier „très chic“.

Vor allem Paris gilt als eine der wichtigsten Modehauptstädte der Welt und steht dabei für Eleganz pur. Da scheint es kaum verwunderlich, dass auch die „Haute Couture“, die Königsdisziplin im Modedesign, auf einen französischen Namen lautet. Wenn ihr also in Frankreich unterwegs seid, sei es während eines Städtetrips in Paris oder während eines Roadtrips durch das ganze Land, könnt ihr euch modisch gewiss noch den einen oder anderen Kniff von den Franzosen abgucken. Auffallen unerwünscht, lautet also das Motto, denn sobald ihr den „French Chic“ meistert, wird euch niemand mehr auf den ersten Blick als Touristen erkennen!

Mode French Chic

Frankreich ist die „Grande Nation“ der Mode

Wenn ihr euch für Mode interessiert oder auch dann, wenn ihr keine Ahnung von Kleidung haben solltet, aber euren Style aufbessern möchtet, ist Frankreich wohl die weltweit beste Adresse. Zwar hat beinahe jedes Land mittlerweile seine eigenen Fashion Weeks, doch nichts kommt an die vier Klassiker Mailand, New York, London und natürlich Paris heran. Jedes Jahr aufs Neue trifft sich alles, was in der Modeszene Rang und Namen hat, in Paris, um dort die aktuellsten Trends im „Prêt-à-porter“ oder eben die neuesten Highlights aus der „Haute Couture“ zu präsentieren. Ein Spektakel, welches ihr euch als Modefans nicht entgehen lassen solltet.

Frenc Chic Mode Paris

Aber auch abseits dieses Events sieht in Paris scheinbar jeder perfekt aus. Mode gehört für die Franzosen zum Selbstverständnis. Schließlich ist ihre Geschichte mit Namen wie Coco Chanel, Christian Dior, Jean Paul Gaultier oder Louis Vuitton verknüpft – und damit ist die Liste noch lange nicht beendet. Paris ist daher nicht nur der modische Mittelpunkt von Frankreich, sondern von der ganzen Welt, wie die Szene zu sagen pflegt. Hier werden heute die Trends von morgen gesetzt. Und das liegt eben nicht nur in den Händen der Designer, sondern auch die „Streetwear“ ist in Frankreich alles, nur nicht langweilig.

Das Geheimnis der Pariser Mode …

… ist es, gekonnt unaufgeregt, ja beinahe nebensächlich zu wirken. Die Damen sowie Herren aus der französischen Großstadt scheinen am Morgen fast willkürlich einige Kleidungsstücke zusammenzuwürfeln und die Frauen binden sich nur lässig die Haare zum Dutt – aber irgendwie gelingt der Look von Kopf bis Fuß und könnte sofort auf dem Cover eines Modemagazins erscheinen. Doch so unaufgeregt es auch wirken mag, in den meisten Fällen machen sich die Französinnen und Franzosen eben doch mehr Gedanken um ihr Äußeres, als sie zugeben würden. Jedes Outfit ist durchdacht, und jedes Einzelstück sorgfältig ausgewählt. Ein Geheimnis gibt es dennoch zu lüften, weshalb der „French Chic“ immer und überall gelingt:

Der „Parisian Style“, wie er gerne genannt wird, basiert auf wenigen Farben. Die einzelnen Kleidungsstücke sind also in der Regel dezent gehalten, zum Beispiel in Weiß, Schwarz, Grau oder verschiedenen Brauntönen. Farbtupfer werden hingegen gerne in den Farben der „Tricolore“ gesetzt – der französischen Flagge. Blau und Rot sind somit vorherrschend, werden aber nur subtil kombiniert. So ergibt sich ein Kleiderschrank, in welchem scheinbar jedes Kleidungsstück zueinander passt, was den morgendlichen Handgriff zum perfekten Outfit natürlich erheblich erleichtert.

Was den „French Chic“ sonst noch auszeichnet

Aber nicht nur bei den Farben, sondern auch bei den Schnitten setzen die Französinnen und Franzosen gerne auf elegante Klassiker. Ein Trenchcoat in Camel darf in wohl keinem Pariser Kleiderschrank fehlen, ebenso wenig wie der Louboutin-Pump im Schuhschrank der Damen oder ein Lacoste-Polohemd bei den Herren. Unter den Frauen gilt die Devise: So feminin wie möglich. Dabei wirkt ihre Kleiderwahl aber niemals zu aufreizend oder überladen. Der „French Chic“ der Französinnen zeichnet sich stattdessen aus durch

  • perfekt sitzende Jeans,
  • elegante, aber dezente Schuhe,
  • feminine Pullover, zum Beispiel aus Kaschmir,
  • weiße Blusen oder
  • luftige Kleider.

Bei den Accessoires lassen es die stilbewussten Damen aus Paris hingegen ruhig angehen. Schlichte Perlenohrringe oder eine kleine Uhr reichen vollkommen aus, um dem Look eine Extraportion „Oh, là, là“ zu verleihen. Und die Haare? Die trägt Frau entweder in langen Wellen, die schwerelos über die Schultern fallen und dabei ihre Weiblichkeit verführerisch in Szene setzen. Oder es darf modern sein, beispielsweise mit dem frechen, aber femininen Pixie-Cut.

Und was tragen die Pariser Herren?

Aber es sind nicht nur die französischen Damen, welche für ihren Modestil so beneidet werden. Auch die Herren scheinen, vor allem in Paris, mehr von Kleidung zu verstehen als anderswo. Natürlich ist das Outfit bei ihnen nicht feminin geprägt, doch die dezenten Farben und die Kombination von klassischen Kleidungsstücken ist auch hier das wichtigste Alleinstellungsmerkmal. Die Franzosen meistern dabei die Mischung aus Sportlichkeit und Eleganz, Männlichkeit und Gepflegtheit. Der Drei-Tage-Bart sowie ein moderner Undercut dürfen natürlich nicht fehlen, dennoch fallen gerne einige Strähnen lässig ins Gesicht. Die Sportschuhe werden zur Jeans kombiniert, aber der Trenchcoat verleiht dem Look dennoch „un peu“ Eleganz.

French Chic Mode Paris

Und auch bei den Accessoires halten sich die Pariser Herren gerne zurück: Eine Sonnenbrille sowie natürlich eine schicke Uhr gehören dazu. Diese kann gerne auffällig und maskulin sein, nicht aber zu dick aufgetragen. Brillanten und ähnlicher Schnickschnack werden hier also nicht gerne gesehen, stattdessen wird ebenfalls auf Tradition gesetzt: Wenn es um Herrenuhren geht, gelten Chronographen im „French Chic“ stets als perfekte Wahl. Sie vereinen optimal Funktionalität mit Luxus und Sportlichkeit, was sie zu wahren Ikonen unter den Uhren macht und zu einem absoluten Hingucker an den Armen der stilbewussten Franzosen. In Paris hat Herr zudem gerne und häufig eine Sporttasche aus Leder lässig über die Schulter geschwungen, in der sich alle wichtigen Utensilien stilsicher verstauen lassen.

Von der Theorie zur Praxis

Schwierig ist der „French Chic“ in der Theorie also nicht, und somit könnt ihr während eurer Tour durch Frankreich oder auch anschließend durch einen typischen „Parisian Style“ überzeugen – und euch somit unauffällig in die Modehauptstadt der Welt einfügen. Doch in der Praxis braucht der Look ein wenig Übung und vor allem das notwendige Kleingeld. Wer kann, kauft die französisch angehauchten Kleidungsstücke natürlich direkt in Paris. Doch günstig ist die Mode hier zwischen den berühmten Namen natürlich nicht.

Es darf also durchaus ein wenig gemogelt werden, denn auch mit schlichten „No-Name“-Klassikern könnt ihr den französischen Stil nachempfinden. Schon wenige Basics wie die perfekt sitzende Jeans, schlichte, aber elegante Schuhe, eine weiße Bluse beziehungsweise ein Hemd sowie der Trenchcoat reichen aus – und fertig ist euer „Parisian Style“. Vielleicht werdet ihr dann ja sogar für waschechte Pariser gehalten und nach dem Weg gefragt. Was jetzt noch fehlt, sind grundlegende Französischkenntnisse, dann fallt ihr gewiss kaum auf.

Was ihr in Frankreich lernen könnt …

… ist demnach ein exzellentes Gespür für Mode und elegante Kombinationen. Vor allem aber die Erkenntnis, dass ein perfekter Style auch ohne viel Schnickschnack oder auffällige Kleidungsstücke sowie Accessoires gelingt. Stattdessen geht es darum, eure Vorzüge zu betonen und eure Persönlichkeit auszudrücken. Vielleicht ist es auch das, was den „Parisian Style“ so besonders macht: Selbstbewusstsein. Denn egal, ob sie schlicht oder auffällig, elegant oder in Jogginghose, mit perfekt sitzenden Haaren oder dem „Out-of-Bed“-Look unterwegs sind: Die Französinnen und Franzosen wirken immer tiefenentspannt sowie zufrieden mit sich selbst. Und genau deshalb mimen sie auch in quasi jedem Look ein modisches Vorbild. Ausnahmen bestätigen die Regel. Lasst euch also inspirieren und nehmt euch das Motto „Weniger ist mehr!“ zu Herzen. Wenn ihr dieses kombiniert mit eurem eigenen, ganz individuellen Look, fallt ihr vielleicht bald doch auf – und zwar positiv!

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Bilder: Bild 1 (PhotoKD), Bild 2 (Victoria Chudinova), Bild 3 (Andrey Kiselev)

Eine Antwort zu “Mode: So gelingt der „French Chic“”

  1. Hannah sagt:

    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich finde auch, dass man ruhig mal etwas ausgefallenes probieren sollte.
    Mit besten Grüßen
    Hannah

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