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Chambre d‘hôtes in der Provence eröffnen

Arbeiten und Leben in Südfrankreich. Das ist der Traum vieler! Doch leicht ist es nicht, deshalb könnte man die Sache auch selbst in die Hand nehmen. Wenn man ein Gespür für Menschen hat und gerne Gäste bewirtet, bietet es sich an, Fremdenzimmer zu vermieten. Vor allem die Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur zählt jährlich mehr als 100 Millionen Übernachtungen. Gibt es etwas Schöneres, als dort zu arbeiten und zu leben, wo andere Urlaub machen und dann auch noch sein eigener Chef zu sein? 

Terras van Bastide des Moustiers in Provence Bed and Breakfast, Pension oder Chambre d’hôtes?

Es ist eine Kultur für sich, das Chambre d’hôtes. Es lässt sich nur schwer mit dem deutschen Konzept einer Pension vergleichen. Vielmehr erinnert es doch an das englische „Bed and Breakfast“. Es handelt sich dabei um eine private Unterkunft, die man im eigenen Haus vermietet. Jedoch sollte man gewährleisten, dass man ausreichend Komfort bietet.

Das beinhaltet ein eigenes Badezimmer, Bettwäsche sowie Handtücher. Die tägliche Reinigung des Zimmers gehört genauso zum Service wie ein bequemes Bett. Denn schließlich steht und fällt der Aufenthalt mit dem erholsamen Schlaf der Gäste, weshalb sich gute Boxspringbetten anbieten. Darüber hinaus gibt es in vielen Chambres d’hôtes vor allem in Südfrankreich auch einen Pool.

B&B Cote d'Azur Villa Menuse

Trotz des umfangreichen Serviceangebots und der Ausstattung sind diese Unterkünfte doch wesentlich privater. Maximal fünf Zimmer werden angeboten, maximal 15 Gäste gleichzeitig aufgenommen, sodass eine sehr persönliche und intensive Betreuung gewährleistet werden kann.

Das richtige Gebäude

Will man sich ein entsprechendes Haus in der Provence anschaffen, kann das natürlich ganz schön ins Geld gehen. Bevor man endgültig den Entschluss fasst, sich in Südfrankreich mit dieser Idee selbstständig zu machen, sollte man sich erst einmal über Fördermöglichkeiten informieren. Je nach Gebäude empfiehlt das deutsche Bundeswirtschaftsministerium, sich diesbezüglich mit der Auslandshandelskammer in Frankreich in Verbindung setzen.

La Parare bb bei Nizza

Was die Art des Gebäudes angeht, hat man die Qual der Wahl. Außerdem kommt es ganz darauf an, welche Art von Chambre d’hôtes man in der Provence eröffnen möchte. Eine Ferme, also ein kleiner Bauernhof, mag zwar keinen riesigen Luxus bieten, dafür kann die Unterkunft sehr charmant und einladend sein. Eine Maison de Maître in der Stadt bietet zwar nicht so viel Platz für die Gäste, dafür ist sie aber zentraler gelegen und wird wahrscheinlich die meiste Zeit ausgebucht sein. Ein echtes Chateau ist zwar pflegeintensiv, dafür kann man seinen Gästen aber den größtmöglichen Luxus und auch ein tolles Übernachtungserlebnis bieten.

Je nach Immobilie und Lage zahlt man in der Provence für ein geeignetes Haus mindestens 500.000 Euro. Hinzu kommen weitere Kosten für die Ausstattung, Umbauten und anderen Anschaffungen sowie für die laufenden Kosten. Aber diese Investition kann sich auch bezahlt machen, wenn man erfolgreich mit seinem Konzept ist.

Warum die Provence?

Das Gebiet gehört zur Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur. Dieser Teil Südfrankreichs ist ein wahrer Touristenmagnet. Städte wie Nizza und Marseille locken ebenso wie Überreste aus der Römerzeit.

Aber nicht nur Orte und Geschichte ziehen Besucher an, sondern auch die Natur. Die Provence beeindruckt mit ihren malerischen Lavendelfeldern. Vor allem in der Zeit von Ende Juni bis Mitte August, wenn der Lavendel blüht, wandern zahlreiche Touristen und Einheimische durch die Landschaft. Dabei sorgen rund 3000 Sonnenstunden pro Jahr für perfektes Wanderwetter.

Lavendelfeldern Provence

Die Provence: Ein Traum, wenn man hier leben und arbeiten kann.

Die Landschaft ist so beeindruckend, dass sie viele Künstler wie Vincent van Gogh oder Paul Cézanne inspiriert hat. Ein toller Ort also, um sich niederlassen und sein eigenes Geschäft aufzubauen.

Wenn man sein Chambre d’hôtes mit einer guten Idee aufzieht und man schon umfangreiche Erfahrungen in der Gästebewirtung sammeln konnte, kann das eigene kleine Unternehmen erfolgreich sein.

Was muss man als Betreiber eines Chambre d’hôtes leisten?

Wie bereits erwähnt sollte der Service einem Hotel ähnlich sein, unter anderem mit Bettwäsche und regelmäßiger Zimmerreinigung. Zusätzlich muss man als Vermieter eines Chambre d’hôtes auch mindestens eine Mahlzeit täglich anbieten können. In der Regel handelt es sich dabei um das Frühstück, mit selbst gemachten Marmeladen und anderen kleinen Leckereien. Natürlich kann man auch mehrmals am Tag ein Essen anbieten.

Bois des Dames BB Provence

Besonders beliebt bei Touristen sind auch die sogenannten „Table d’hôtes“. Dabei wird abends ein Menü zu einem Festpreis angeboten. Das Essen wird an einer gemeinsamen Tafel eingenommen. Als Gastgeber muss man dabei anwesend sein, jedoch kann man sich hierbei getrost auf das Servieren konzentrieren.

Der Vorteil dabei ist, dass schnell ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, wenn sich die Gäste kennenlernen und sich untereinander austauschen. Auf diese Weise sind bereits tiefe und langjährige Freundschaften entstanden, bei denen selbst sprachliche Hindernisse überwunden wurden. Man darf sich als Betreiber eines Chambre d’hôtes auf ein internationales Publikum freuen.

Wenn man also über das nötige Kleingeld und Erfahrung verfügt, ist die Provence wirklich ein ausgezeichnetes Ziel, um seinen eigenen kleinen Hotelbetrieb zu eröffnen.

Zum Weiterlesen:
Die prachtvollsten Lavendelfelder in Südfrankreich

Charme-Hotel in der Drôme Provençale
Chambre d’hôtes der Luxusklasse nahe Uzès

Bild: CC-BY/Léonard Cotte (Lavendelfelder),

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