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Made in Okzitanien: alte Marken, hippe Sachen!

Einfach klasse: französische familiengeführte Handwerksbetriebe, die mit der Zeit gehen. Dank ihres savoir-faire stellen sie qualitativ hochwertige Produkte her, die (wieder) voll im Trend sind. Und nein, diese kleinen Firmen findet ihr nicht in der Umgebung von Paris, sondern auf dem Land in Okzitanien.

Atelier Tuffery, uralte Jeansmarke aus den Cevennen

Solex Atelier Tuffery

Schon seit 1892 fertigt Atelier Tuffery Jeanshosen in den Cevennen, am Ufer des Flusses Tarn. In dieser Gegend wurde im 18. Jahrhundert der Denim-Stoff („de Nîmes“) erfunden, ursprünglich eine Mischung aus Wolle und lokaler Seide. Die Familie Tuffery fertigte als eine der Ersten Hosen für Gleisarbeiter aus dem damals noch günstigen Stoff. Im Laufe der 1960er-Jahre orientierte sich der Schnitt (coupe) verstärkt an der aktuellen Mode. Besonderheit: Noch immer werden die Jeans von Tuffery zu 100% in Frankreich produziert.

Maison Fabre, Lederhandschuhe aus dem Aveyron

Maison Fabre Lederhandschuhe mit Touchscreen-Fingerspitze

Lederhandschuhe mit Touchscreen-Fingerspitze

Marie-Antoinette, Karl Lagerfeld, Daft Punk, Brigitte Macron … Eine lange und sehr bunte Liste von Berühmtheiten kann mit den Handschuhen von Maison Fabre in Verbindung gebracht werden. Kein Wunder, denn es ist wirklich faszinierend, mit wie viel Kunstfertigkeit diese im Atelier in Millau gefertigt werden. Das hochwertige Leder wird so lange gedehnt und fast schon massiert, bis es absolut weich geworden ist. Und das ist die Basis für sehr edle Handschuhe, die ursprünglich für Reiter gedacht waren, doch inzwischen in der Welt der Filmstars und Models Einzug gehalten haben. Übrigens war Millau lange Zeit die „Handschuh-Hauptstadt“ Frankreichs, denn Ende des 19. Jahrhunderts gab es rund 20 Ateliers in der Stadt.

Taschenmesser von Le Liadou, Aveyron

Taschenmesser von Le Liadou

So mancher Sternekoch im Aveyron lässt Fleischmesser von Le Liadou eindecken. Diese Marke ist der lokale Konkurrent der bekannten Messer aus Laguiole und Nontron. Auch Le Liadou kann auf eine lange Tradition zurückblicken: Das Messer besitzt die Form derjenigen Schneidewerkzeuge, welche die Winzer im Vallon de Marcillac (zwischen Conques und Rodez) schon seit Hunderten von Jahren nutzen. Sie haben eine besonders große Klinge, um die Weinstöcke besser um die Stecken herumbinden zu können. Nach getaner Arbeit wurde das Taschenmesser während des casse-croûte, der Mittagspause im Feld, zum Essen genutzt.

Maison Bleu de Chauffe: Taschen aus Millau

Maison Bleu de Chauffe Taschen

Wie bei den oben erwähnten Jeanshosen, so diente das Arbeiter-Outfit auch der Marke Bleu de Chauffe als Inspirationsquelle. Genauer gesagt waren es die Gleisarbeiter, die im 19. Jahrhundert die Schienen für einen Dampfzug verlegten. Die Taschen dieser Marken punkten mit einem bodenständigen, coolen Design und mit vielen Fächern. Seit 10 Jahren fertigt ein junger Betrieb diese Prachtstücke aus natürlich gefärbtem Leder. Auch die Location ihres Betriebs ist einzigartig: Beim Blick aus dem Fenster sieht man das Viadukt von Millau in der Ferne!

Le Collégien: Hausschuhe aus der Nähe von Albi

Le Collégien: Hausschuhe

Fast alle Einwohner von Briatexte im Tarn-Tal haben Verwandte, die in dieser Textilfabrik arbeiten oder gearbeitet haben. Lange Zeit wurden hier hauptsächlich Kniestrümpfe für Schuluniformen gefertigt, doch vor 10 Jahren kam ein Mitglied der 5. Generation des Familienbetriebs auf eine neue Idee: An den Baumwoll- und Wollsocken ließ er eine Gummisohle anbringen, sodass ein weicher und rutschfester Hausschuh entstand. Die Motive auf den Schlappen sind witzig und modern, was Le Collégien schon seit Jahren zu einer beliebten und hippen Marke in den Pariser (und inzwischen auch deutschen) Kindergeschäften macht.

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Fotos: Copyright liegt bei den oben genannten Marken. Links oben sowie die Handschuhe aus dem Artikel: Maison Fabre © Thomas Behuret

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