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Reportage

Josée und Carole reisten nach Südost-Frankreich, um mit dem Fahrrad einen Teil der ViaRhôna zurückzulegen. Dieser neue Radweg mit einer Gesamtlänge von 815 km führt entlang des Rhône-Ufers von Genf bis zum Mittelmeer. Start ihrer 200 Kilometer langen Radtour war Savoyen und dann ging es weiter durch das Rhône-Tal bis in die Departements Drôme und Ardèche.

Text, Foto & Film: Josee Schouten, Carole Gölitz, Esmée Louwman

OK, wir sind zwar recht sportlich, doch wenn es ums Radfahren geht, dann ist ‘easy-rolling’ eher unser Ding. Als wir gefragt wurden, ob wir auf der ViaRhôna fahren wollten, stellten wir ein paar Bedingungen: keine Bergtouren, gute Räder, genügend Zeit, um die Umgebung zu erkunden, Tipps für schöne Adressen unterwegs … und auf keinen Fall die komplette Strecke zurücklegen! Der Kompromiss war schnell gefunden: Wir entschieden uns für eine Teilstrecke, die durch die Region Rhône-Alpes verläuft, von Savoyen bis zur Drôme und Ardèche. Wow, das war ein Trip! Carole – als unsere Französin –entdeckte von ihrem Sattel aus ein komplett anderes Frankreich und ich (Josee) fand hier alles, was ich so liebe: Rad fahren, staunen, gut essen und trinken (Letzteres übrigens in Maßen).

ViaRhôna,  6 Eindrücke:

1. Die Landschaft

Wir fuhren in diversen Etappen durch die Region Rhône-Alpes und durchkreuzten dabei ein Stück Savoyen, dann einen Teil des Departements Ain, das Rhône-Tal, sowie die Departements Ardèche und Drôme. Überraschend, wie die Landschaft jeden Tag anders ist! Erst ist die Aussicht auf Seen und Berge ganz lieblich, dann folgen Weinberge, die in Landschaften mit ersten mediterranen Einflüssen und voller charmanter Dörfer mit ockerfarbenen Dächern übergehen. Außerdem kommt man an größeren Städten wie Lyon, Vienne und Valence vorbei: Jede einzelne davon ist einen Zwischenstopp wert.

Die Landschaft des Radwegs Viarhona

2. Die Route

Die ViaRhôna ist ein Radweg, für den Teilstrecken der alten Wanderwege entlang des Flusses für Radfahrer zugänglich gemacht wurden. Zudem wurden komplett neue Wege angelegt, um bereits bestehende Streckenabschnitte miteinander zu verbinden. Dieser jetzt durchlaufende Weg garantiert ein sorgloses Fahrvergnügen, doch auf die Schilder sollte man gut achten. Denn noch nicht alles ist komplett ausgebaut und daher gibt es auch Umleitungen (unserer Meinung nach, nicht immer deutlich ausgeschrieben). Am besten hat man auch immer eine Karte zur Hand haben oder hat im Voraus die GPS-Daten runtergeladen. Oder man fragt einfach die Einheimischen, denn jeder kennt die ViaRhôna. Großer Pluspunkt: Die Route verläuft größtenteils flach oder zumindest nur mit einer leichten Steigung.

Via Rhona: auf die Schilder sollte man gut achten!

3. Für wen geeignet?

Die ViaRhôna eignet sich für jedes Niveau, für Groß und Klein. Auf der ViaRhôna-Website stehen die besonders kinderfreundlichen Abschnitte. Die komplette Route ist auch ideal fürs E-Bike (elektrisches Fahrrad). Allerdings gibt es unterwegs noch nicht viele Aufladestationen, das sollte man berücksichtigen. Tipp (so haben wir es gemacht): Sucht euch eine gute Adresse fürs Mittagessen und ladet dort euren eigenen und den Fahrrad-Akku auf!

4. Abseits der Route

Wenn ihr einen Radurlaub mit der ViaRhôna als roten Faden plant, dann ist es gut zu wissen, dass entlang der kompletten Route Wege (boucles genannt) abgehen, sodass man mehr von der Umgebung sieht. Allein in der Region Rhône-Alpes fanden wir über 12 Radrundwege abzweigend von der ViaRhôna, die zwischen 11 und 106 km lang sind. Doch bitte beachten: Diese Routen haben verschiedene Niveaus (facile, moyen, difficile) und sind auch beschildert, aber sie führen nicht immer über einen Radweg. Sehr schön sind auch die 9 Radtouren durch Weinberge, die teilweise direkt durch die Weinstöcke führen. In diesem Fall ist natürlich ein Mountainbike besser geeignet, doch das kann man vor Ort mieten. Erfahrt mehr über unser E-Mountainbiketour durch die Weinberge von l’Hermitage!Möchtet ihr lieber an einem festen Platz bleiben und von dort aus zu Ausflügen aufbrechen, dann bieten alle Regionen der ViaRhôna diverse Touren an. Besonders schön ist der Event L’Ardéchoise, der aus 13 verschiedenen Radtouren besteht.

Carole und Josee machten 2 Abstecher mit dem Fahrrad von der ViaRhôna aus. Lest hier ihre Berichte über die Dolce Via in der Ardèche und im Vallée de l’Isère in der Drôme. 

5. Organisierte Radtouren

Natürlich ist es am bequemsten, wenn das Gepäck für einen transportiert wird und die Übernachtungen unterwegs schon organisiert sind. Auf der Website von ViaRhôna werden diverse Wochen-Touren angeboten, inklusive Gepäcktransport und Hotelübernachtungen. Möchtet ihr die Tour selbst organisieren, dann lest dazu mehr über empfehlenswerte Unterkünfte entlang der ViaRhôna.

6. Das gewisse Extra

Wir sagten es bereits: Wir sind Freizeit-Radler, die vor allem genießen wollen. Nicht zu viel, nicht zu anstrengend und vor allem lecker. Um Letzteres ist es in dieser Region bestens bestellt. So haben uns beispielsweise die Winzer voller Stolz ihre besten Tropfen ausgeschenkt – während der Weinproben in den Gebieten Côte du Rhône, Condrieu und Crozes-Hermitage. Und wir haben viele Restaurants entlang der Strecke gefunden, in denen wir für weniger als 20 € hervorragend essen konnten. Auf Sterne-Niveau, was für uns die Krönung der Radtour war!

Weinproben und Restaurants entlang der Strecke von ViaRhona

Lest auch unseren ausführlichen Reisebericht „Josee und Carole radeln auf der ViaRhôna“ sowie die Fortsetzung auf der südlichen Teilstrecke von der Ardèche bis zum Mittelmeer: „Getestet: Radtour ViaRhôna, Teil 2 – von der Ardèche bis zur Camargue“.

Weitere praktische Informationen über die neue, außergewöhnliche Radroute gibt es auf ViaRhona.com

2 Antworten zu “Getestet: ViaRhôna, neuer Radweg entlang der Rhône, Teil 1”

  1. Manfred Stohldreyer sagt:

    super will August und oder September den Weg genf bis Mittelmeer fahren mit E-Bike
    Übernachtungstips?

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