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Codewörter: So bestellt ihr in Paris

Gar nicht so einfach, in Paris das zu bekommen, was man möchte. Selbst dann nicht, wenn man ganz passabel Französisch spricht. Habt ihr allerdings diese „Codewörter“ im Repertoire, dann traut sich kein Ober mehr, euch eine „Touristenplörre“ vorzusetzen. Und auch beim Bäcker werdet ihr ordentlich bedient.

Une noisette – Ein für Paris typischer Ausdruck, um einen Espresso mit einem Schuss warmer Milch (oftmals in einem Extra-Kännchen) zu bestellen.

Un petit crème – Möchtet ihr einen ganz normalen Kaffee mit viel Milch, dann nehmt am besten keinen gewöhnlichen café crème, sondern einen mit dem Zusatzwort petit. In den Touri-Gebieten von Paris nutzen die Ober sonst die Gelegenheit, euch einen grand crème in einer Größe vorzusetzen, welche die Franzosen zum Frühstück bevorzugen. Also so groß, dass man ein komplettes Croissant darin versenken kann. In Paris zahlt man dann natürlich auch den XL-Preis.

Perrier-Rondelle – Außerhalb von Paris schauen sie euch vielleicht komisch an, aber in der Stadt ist das die Insider-Bestellvariante für ein Perrier mit Zitronenscheibe. Perrier-tranche geht auch. Doch avec citron o.ä. sorgt für Verwirrung, denn das kann auch Zitronensirup bedeuten.

Une carafe – Wenn ihr euch mit einem einfachen Leitungswasser zum Essen begnügt, dann setzt das Wort carafe ein, sobald der Ober über stilles oder sprudelndes Wasser zu sprechen beginnt.

Leitungswasser zum Essen bestellen

La note – L’addition ist zwar nicht falsch, doch la note klingt in Paris einfach viel schicker für das Anfragen der Rechnung.

Une tradition – Bestellt beim Bäcker niemals ein gewöhnliches baguette, denn dann bekommt ihr ein schlaffes Brot ohne Geschmack. Fragt lieber nach une baguette de tradition oder auch einfach nur une tradition (oder noch kürzer: une tradi), dann erhaltet ihr ein Baguette aus qualitativ hochwertigem Mehl, das viel länger ruhen und gären durfte. Kostet vielleicht 20 Cent mehr, doch der Geschmacksunterschied ist riesig!

C’est pour ce soir – Auf dem Markt oder in Fachgeschäften ist es manchmal ganz gut um anzugeben, dass die gekauften Lebensmittel „für heute Abend“ sind. Egal, ob es um Melonen oder Avocados, um Käse oder sogar ein Stück Rindfleisch geht. Wenn ihr mit einem kritischen Blick mitteilt, dass die Einkäufe für heute Abend sind und ihr daher ein reifes Produkt erwartet, dann nimmt euch der Verkäufer ernst. In seinen Augen seid ihr ein connaisseur und kein Tourist.

Text: Nicky Bouwmeester, Fotos: CC/John Althouse Cohen (Espresso), Nicky Bouwmeester (Karaffe Wasser).

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