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Schlosshotel in der unberührten Lozère

In der Lozère, im äußersten Norden des Languedoc, liegt Château d’Orfeuillette. Das schöne Charme-Hotel ist eine stilvolle Ausgangsbasis für Wanderungen durch einige der ursprünglichsten Landschaften Frankreichs: Aubrac, Cévennen und Gorges du Tarn.

Chateau d’Orfeuillette befindet sich in der Lozère, einem prächtigen, unberührten und dünnbevölkerten Gebiet, durchzogen von minikleinen, französischen Dörfern. So wie Albaret-Saint-Marie, das noch nicht einmal 600 Einwohner zählt und bei den Kalk-Hochebenen (causses) von Margeride an der Grenze zur Auvergne liegt.

Landschaft der Lozère: ein prächtiges, unberührtes und dünnbevölkertes Gebiet

Fragt ihr im Dorf nach Château d’Orfeuillette, dann kann euch jeder antworten. Bien-sûr, das Schloss von Théophile Roussel! Den Namen lernen französische Kinder schon in der Schule, denn dieser Arzt und Politiker des 19. Jahrhunderts rief die ersten Gesetze gegen Kinderarbeit ins Leben. Roussel selbst ließ das neoklassizistische Schloss erbauen und empfing dort bekannte Gäste wie Gustave Eiffel, der in der Gegend eine Eisenbahnbrücke errichtete, das Viaduc de Garabit (1884).

neoklassizistisches Schloss Château d’Orfeuillette, Schloss von Politiker Théophile Roussel

Wie Alice im Wunderland

Orfeuillette ist also nicht irgendein beliebiges Schloss. Das fanden auch die Gebrüder Brunel, die in Albaret Saint-Marie aufgewachsen sind und dort bereits ein Hotel besaßen. Sie kauften 2009 das Schloss und verwandelten das monumentale Gebäude (bereits als altmodisches Hotel in Gebrauch) in ein Charme-Hotel. Alte Elemente wie historische Fliesen, stattliche Kamine und Holzvertäfelungen, die damals im 19. Jahrhundert in Mode waren, behandelten sie mit viel Respekt. Der „Rahmen“ blieb also historisch, doch für die Einrichtung wählten die Brüder einen modernen, ja sogar einen „décalé” (unkonventionellen) Stil und statteten damit die 11 Zimmer und Suiten des Schlosses aus. Bezug nehmend auf die märchenhafte und bewaldete Umgebung gibt es witzige Möbel wie Hängestühle, Lampen mit Federn und ein Bett mit großen, lilafarbenen Lippen am Kopfende.

unkonventionelle Einrichtung des Schlosses Orfeuillette

Romantisch und gemütlich

Marielle Laforge, die Hoteldirektorin (und Partnerin von einem der zwei Brüder), erzählt mit viel Begeisterung, warum sie sich für diese Einrichtung entschieden haben. Ihre Gäste empfängt sie im strahlenweißen Eingangsbereich voller Designermöbel, das einem modernen Pariser Restaurant ähnelt. In den anderen Schlossbereichen werden die Räume dunkler, mit gedämpften Farben für ein cosy Gefühl.

Designermöbel und Cosy Gefühl im Chateau

So gibt es das grau-weiß gestreifte Zimmer von Gustave Eiffel, in dem braune Lederstühle stehen. Marielle: „Unser Hotel soll eine luxuriöse und zugleich gemütliche Unterkunft für Leute sein, die die prächtige Natur der Umgebung erkunden möchten. So etwas gab es bisher in der Lozère noch nicht und wir haben viele Stammgäste, die diese besondere Kombination schätzen. L’air pur, la nature sauvage et une adresse d’exception.”

Viel Gutes aus der Umgebung

Neben komfortablen Zimmern werden Gäste auch in kulinarischer Hinsicht verwöhnt, denn das Schlosshotel hat ein eigenes Restaurant. Marielle: „Wir haben zwar keinen Stern, doch das Niveau ist sehr hoch. Wir verwenden viele Produkte aus der Region wie das bekannte Rindfleisch von Aubrac, AOC-Lammfleisch aus der Lozère, lokalen Ziegenkäse (pélardon) und Pilze aus den Nadelwäldern. Und auch für Wellness ist gesorgt: Im Dorf, nur 10 Gehminuten vom Schloss entfernt, liegt Grange à Bulles, das kleine Spa der Hotelbesitzer. Nach dem Motto „die Leute kommen der Ruhe wegen“ könnt ihr das Spa mit Sauna, Whirlpool und Schwimmbad für euch ganz alleine reservieren (70€/2 Pers./2 Stunden).

Preise: Zimmer 150-185 €, Suiten ab 270 €, Zimmer in der Orangerie 80-115 €, Frühstück 16 €, 5-Gänge-Menü 49 €. Weitere Infos: www.hotels-brunel.com

Chateau d'Orfeuillette, Luxe-Unterkunft in der Lozere

PLUSPUNKTE
– Stilvolle und luxuriöse Unterkunft in einer der unberührtesten Gegenden Frankreichs. In der Nähe liegen die Prärie-ähnliche Landschaft des Aubrac, die Vulkane des Cantal, die Gorges du Tarn (45 Fahrminuten) und die Cevennen (1,5 Stunden).
– Auf dem großen Grundstück (12 ha) rund um das Schloss laufen Esel und Ziegen herum.
– In der „Orangerie“ (ein ehemaliger Bauernhof auf dem Grundstück) befinden sich weitere 7 Hotelzimmer mit einer etwas einfacheren Einrichtung als diejenigen im Schloss, doch dafür auch zu einem viel günstigeren Preis (ab 80 €).
– Marielle und ihre Kollegen bereiten gerne ein Picknick zu (mit lokaler charcuterie und Käse), das man zum Wandern mitnehmen kann.
– Nähe Autobahn A75, zwischen Clermont-Ferrand und Montpellier, also auch für einen Städtetrip eine gute Unterkunft.
– Hunde sind willkommen.

Schlosshotel Orfeuillette in der Lozere

Text: Nicky Bouwmeester/Ulrike Grafberger, Fotos: Château d’Orfeuillette/J.F. Salles, en CC/Crazy_Warthog

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