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Slow travel in Südfrankreich: Traumorte in der Natur

Das ganze Jahr über Stress, Stress, Stress … Der Urlaub wird daher immer mehr zur Ruhepol. Im Schneckentempo die Natur genießen – das könnt ihr an diesen prächtigen Flecken in Okzitanien, im früheren Languedoc-Roussillon.

1. Die anderen Gorges entdecken

Während Gorges de l’Ardèche und Gorges du Verdon im Sommer die Touristenmassen anziehen, geht es in diesen drei – ebenfalls wunderschönen – Schluchten im früheren Languedoc-Roussillon wesentlich ruhiger zu: Gorges du Tarn in den Cevennen, Gorges du Gardon im Gard und Gorges de l’Hérault im gleichen Departement. Auch hier könnt ihr mit dem Kanu fahren und mit einer spektakulären Aussicht baden gehen. Mit dem Vorteil, dass es hier wesentlich weniger Campingplätze und Gebäude am Flussufer gibt.

Canoe Gorges Herault

Restaurant (und Hotel) in der Gorges du Tarn: Ob ihr euch nun für eine Wanderung oder für die Fahrt über die Panoramastraße entscheidet – das Hotel de la Muse et du Rozier ist ein idealer Zwischenstopp für ein feines Mittagessen oder eine erholsame Nacht in der Tarnschlucht. Charmanter Übernachtungstipp in der Gorges du Gardon: Maison de Léonie in Collias, also in der Gardonschlucht.

2. Wandern oder Rad fahren zu den Naturwundern

In der Umgebung gibt es noch viel mehr schöne Sehenswürdigkeiten mitten in der Natur wie die Höhle von Clamouse und die bekannte Pont du Diable über den Herault. Beide liegen in der Nähe des jahrhundertealten Pilgerdorfs Saint Guilhem-le-Désert, eines der schönsten Dörfer ganz Frankreichs. Seit Kurzem startet in diesem Dorf eine Wander-/Radstrecke zum Naturwunder Les Cirques du Mourèze am See von Salagou. Dort erwartet euch eine bizarr aussehende Landschaft aus Felsformationen. Hier, in den „Dolomiten“ Frankreichs, könnt ihr stundenlang herumwandern und eurer Fantasie freien Lauf lassen (auch klasse mit Kindern!). Und danach solltet ihr unbedingt mal in den Lac du Salagou eintauchen!

Paddle Pont du Diable

Cirque de Mourèze

Wander-Tipp: Von Saint Guilhem-le-Désert führt eine (mehrtägige) Wanderstrecke Richtung Norden mit dem Zielpunkt Le Cirque de Navacelles, einem beeindruckenden Talkessel.

3. Sterne beobachten auf dem Pic du Midi

Für Radfahrer ist er zwar ein echter Wadenkiller, doch der bekannte Berg Pic du Midi (2877 m) in den Midi-Pyrénées ist zweifelsohne in puncto Fernsicht ein echter Höhepunkt. Und er bietet noch etwas Außergewöhnliches: Der Pic du Midi ist einer der 60 Dark Sky Preserves der Welt*. In dieser höchsten Region der Pyrenäen gibt es so gut wie keine Lichtverschmutzung, weshalb ihr bei wolkenlosem Wetter einen atemberaubenden Sternenhimmel geboten bekommt. In 1878 wurde ein astronomisches Observatorium auf seinem Gipfel errichtet, in dem auch Besucher willkommen sind. Weiterhin gibt es dort oben ein interaktives Museum, ein Restaurant und eine (etwas spartanische) Übernachtungsmöglichkeit für Hobby-Astronomen. Zwei Seilbahnen bringen euch zur Bergspitze. Weitere Infos: picdumidi.com

Pic du Midi Ponton dans le ciel

* Der Parc National des Cévennes, der zu einem großen Teil zur Region Okzitanien gehört, wurde in diesem Jahr zu einem der weltweit selektierten Dark Sky Preserves ernannt.

4. Dem Canal du Midi folgen – auf dem Rad oder per Boot

Der Canal du Midi ist für viele Frankreich-Fans das Highlight unter den fließenden Gewässern. Er beginnt bei Toulouse und mündet im Étang de Thau nahe dem Fischerort Sète. Mit einer Länge von 250 km durchquert er Okzitanien und passiert dabei viele verschiedene Landschaften. Sitzt man gemütlich auf einem Boot, dann ziehen diese langsam an einem vorbei. Ebenso schön ist es, am Ufer des Canal du Midi den Radweg Le Canal des 2 Mers zu nehmen. Diese Radtour mit einer Gesamtlänge von 400 km erstreckt sich vom Atlantik bis zum Mittelmeer und führt dabei größtenteils am Canal du Midi entlang.

Canal du Midi

5. Wandern und Land Art in der Lozère erleben

Seit Jahren gibt es eine prima Initiative im Departement Lozère mit dem Ziel, das kleine Dorf Altier bekannter zu machen. Ein paar Leute wollten das kulturelle Erbe der Gegend und die Natur auf eine originelle Art und Weise miteinander in Verbindung bringen – so kam ihnen die Idee für eine Kunstroute: Le Sentier Sculpture en Liberté. Bei dieser Wanderung mit einer Länge von 3 km begegnet ihr 20 zeitgenössischen Kunstwerken, die mitten in der Natur stehen und den Dialog mit der Umgebung eingehen. Gratis Zugang. Weitere Infos bei Lozère Tourisme.

Übernachtungstipp in der Lozère: Chateau Orfeuillette, wo ebenfalls kulturelles Erbe und Natur auf moderne Weise miteinander kombiniert werden.

Fotos: © Julie Noclercq (Gorges de l’Herault), CC BY/Jérome Bon (Gorges du Tarn), CC BY/Gilles Delerue (Pont du Diable), © Luc Perrot (Pic du Midi) ©Eric Blendle (Cirque de Mourèze), cover: ©Sabine Foucault (Cirque de Mourèze)

2 Antworten zu “Slow travel in Südfrankreich: Traumorte in der Natur”

  1. Reiner von Rokeslage sagt:

    Die allermeisten Destinations habe ich inzwischen absolviert. Tatsaechlich ist eine Bootstour auf dem Canal du Midi AUSSERHALB der Hauptsaison (Juli-September) eine wirklich entspannende Tour!

  2. Hannah sagt:

    Vielen Dank für den tollen Artikel. Südfrankreich ist wirklich immer wieder für einen Urlaub geeignet. Auf den tollen Flüssen kann man wunderbare Kanutouren machen.
    Mit besten Grüßen,
    Hannah

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