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Bormes-les-Mimosas und die Mimosen-Route

Zwischen Januar und Ende März zeigt sich die Côte d’Azur dank der blühenden Mimosen in einem gelben Kleid. Es gibt sogar eine spezielle, 130 km lange Mimosen-Route, die in Bormes-les-Mimosas beginnt und in Grasse endet. 

Bormes-les-Mimosas

Das Mittelalter-Dorf Bormes-les-Mimosas wurde an einem Hügel errichtet. Über eine verschlungene Straße geht es hoch zum autofreien Dorf. Auffallend sind die vielen verschiedenen Blumensorten entlang des Weges. Sage und schreibe 22 Gärtner und Gärtnerinnen kümmern sich um die Blumenbeete; auch die Bewohner sind eifrig mit ihren eigenen Gärten beschäftigt. Autos und Wohnmobile können am Dorfrand auf der Place Saint-Francois gratis abgestellt werden. Nur ein paar Gehminuten vom Parkplatz entfernt befindet sich das Office de Tourisme. Dort könnt ihr euch einen Stadtplan für einen Rundgang holen.

Bormes les Mimomas Reisebericht

Spaziergang durchs Dorf

Der Stadtplan gibt einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entlang der Route. So gibt es beispielsweise die schöne Dachterrasse der Maison des Associations, von der aus ihr einen fantastischen Blick über das alte Dorf Bormes-les-Mimosas habt, oder die Place de l’Isclou d’Amour, ein romantischer Platz mit einem Brunnen zwischen Beeten, zu entdecken. Auf der Hügelspitze steht das Château des Seigneurs de Fos, eine alte Burg, die sich in Händen einer Pariser Familie befindet und daher nicht zugänglich ist. Von dort oben habt ihr eine herrliche Aussicht über die Gemeinde Bormes, den Hafen und die Küste. In der Ferne seht ihr die Inseln nahe der Hafenstadt Hyères liegen: Le Levant, Port-Cros und Porquerolles. Außerdem solltet ihr auf jeden Fall einen Spaziergang durch den Parc Gonzalez unternehmen. In diesem 2.400 qm großen botanischen Garten wachsen Blumen und Pflanzen aus aller Welt, darunter auch viele Mimosensorten.

Bormes les Mimosas Parc Gonzales

Bekannte Mimosenzüchter

Vor den Toren von Bormes-les-Mimosas könnt ihr die bekanntesten Mimosenzüchter Frankreichs besuchen. Pepinières Cavatore hat über 200 Mimosensorten im Sortiment. Und Julien Cavatore (36 Jahre) übernahm das Gartengeschäft seines Vaters und erweiterte es. Inzwischen liefert er seinen Mimosen in alle Ecken Europas. Julien: „Mimosa ist der europäische Name für Akazie. Die ersten Samen der Silber-Akazie wurden im 19. Jahrhundert von Engländern aus Australien nach Frankreich gebracht. An der Côte d’Azur sind die Wachstumsbedingungen und das Klima einfach ideal für die Mimose. Auf kalkhaltigem Grund dagegen wächst die Pflanze weniger gut.“

Mimosas Pépinière Cavatore

Südfranzösisches Parfum

Der Duft der Mimose ist süß und liegt in der Mitte zwischen Jasmin und Honig. Doch es gibt nur drei Mimosensorten, die wirklich duften und für die Parfumindustrie verwendet werden. Die Acacia Farnesiana ist eine davon. Das aromatische Öl dieser Mimosensorte steckt in bekannten Parfums wie Amarige von Givenchy und Paris von Yves Saint-Laurent. „Wie Olivenbaum und Oleander, so kann man auch einen Mimosenbaum prima in einen Topf pflanzen“, erzählt Julien. Und sogar in unseren Breitengraden! Doch jede Sorte ist anders. Die Blumen haben verschiedene Farben und Formen, die Blätter variieren zwischen Nadeln und Blättern. Wer sich für Mimosen interessiert und mehr wissen möchte, der sollte in den Gewächshäusern von Cavatore vorbeischauen. Unter der Woche und am Samstag sind sie für Besucher geöffnet.

Cote d'Azur Küstenstraße von Lavendou nach Saint Tropez

Unterkünfte entlang der Route du Mimosa

Trotz aller Bemühungen der örtlichen Tourismusverbände, um auf die Mimosenroute  aufmerksam zu machen, Aktivitäten zu organisieren und Touristen in die Dörfer zu holen, bleiben dennoch viele Restaurants und Hotels im Januar und Februar geschlossen. Sucht also besser nicht spontan vor Ort nach einem Hotel, sondern reserviert im Voraus. Im Reiseführer La route du Mimosa, die es bei den Touristeninformationen gibt, sowie auf dieser Website findet ihr Unterkünfte.

Bormes Les Mimosas Restaurant Le Zèbre

In Bormes-les-Mimosas könnt ihr in der l’Hostellerie du Cigalou prima schlafen und essen. Das kleine Dorfhotel wird von den Schwestern Delphine und Fanny Brehert geführt. Sehr empfehlenswert und innovativ ist das Restaurant Zèbre Vert, bei dem nur biologische, lokale und saisonale Zutaten auf den Tisch kommen. Das umweltfreundliche Restaurant befindet sich außerhalb des Dorfes und wurde vom Belgier Thierry Privé und seiner französischen Frau eröffnet. Hier gibt es eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten – allesamt sind sehr kreativ, geschmackvoll und außergewöhnlich. Wie wär’s also mit einer Bowl d’hiver, einer Schale voll mit unterschiedlich zubereitetem Gemüse oder einem risotto de lentilles?

Domaine du Rayol

Ein weiterer Höhepunkt der Mimosenroute ist das Naturschutzgebiet Domaine du Rayol. Der prachtvolle Park zwischen Le Lavandou und Saint-Tropez besteht aus einem großen, mediterranen Garten, der in 10 verschiedene Landschaftsformen aufgeteilt ist. Die Anlage dieses botanischen Gartens ist wirklich faszinierend: am Rande der Dünen und mit einem 5 Kilometer langen Wanderweg, der euch ins subtropische Asien, nach Südafrika oder Chile bringt.

Domaine Rayol Bormes les Mimosas

Nur noch 115 km …

Die Mimosenroute zieht sich weiter entlang der Küste über Sainte-Maxime, Saint-Raphael, Mandelieu-la-Napoule, Tanneron, Pegomas und endet in Grasse. Jedes Dorf an dieser Strecke besitzt einen Park oder botanischen Garten, ein Festival oder einen Umzug, einen Mimosenzüchter oder -Blumenladen. Um alle Orte besuchen zu können, braucht ihr sicherlich eine Woche Zeit. Ihr könnt euch aber auf die Höhepunkte konzentrieren, so wie ich es gemacht habe. Zwei Tage in der Umgebung von Bormes-les-Mimosas sorgt für so viel Energie und Inspiration wie eine ganze Woche Urlaub!

Weitere Infos: www.bormeslesmimosas.com und www.routedumimosa.com

Corso Bormes Les Mimosas

Text & Fotos: Christine van der Linden, außer folgende Fotos: OMT Bormes-les-Mimosas, Mrs Schu-UNPL, CC-BY Claude Valette, CC-BY Tosban, Silver Wattle-UNPL.

Christine Van Der Linden Gastblogger

Zum Weiterlesen:
Domaine du Bailli: Urlaub am Meer

Unbekannte Inseln der Côte d’Azur

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