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Tarte Tatin selbst backen

Tarte Tatin ist vermutlich der bekannteste Küchen-Klassiker Frankreichs. Denn wer kennt ihn nicht, diesen umgedrehten Apfelkuchen? Unsere Foodbloggerin Irene fand heraus, dass es nicht so schwierig ist, die Tarte selbst zu backen. Lediglich die Zubereitung des Karamells erfordert etwas Übung.

„Misslungener“ Apfelkuchen

Der Überlieferung zufolge wurde die Tarte Tatin durch Zufall „erfunden“, und zwar im Jahr 1889 von den Schwestern Stéphanie und Caroline Tatin, wohnhaft im Dorf Lamotte-Beuvron. Das Hôtel Tatin, in dem sie arbeiteten, gibt es noch immer und es hat sich zu einem kleinen, kulinarischen Wallfahrtsort gemausert.

Die Tarte Tatin, diesen klassischen französischen Kuchen, wollte ich auch schon immer mal backen. Zum Glück besitze ich eine schöne Tarte-Tatin-Backform, die speziell für diesen Kuchen gemacht ist. Ich machte mich also an die Arbeit. Doch als ich den Kuchen aus dem Ofen holte, sah er etwas seltsam aus (ein „misslungener“ Apfelkuchen misslingt erneut – das gibt’s doch nicht!), denn der Teig hatte sich komplett um die Apfelstücke gelegt. Als ich den Kuchen jedoch umdrehte, sah er klasse aus!

Zutaten (8-10 Pers.):

4 süß-saure Äpfel (ich nahm Elstar)
200 g Zucker
150 g Rahmbutter, Zimmertemperatur
eine Prise Salz
1 Ei

150 g Mehl
Tarte-Tatin-Backform oder Kuchenform

Tarte Tatin Irène de Waal Frenchfoodstories

Zubereitung:

– Mit dem Handmixer oder der Küchenmaschine vermengt ihr 100 g Butter, 50 g Zucker und eine Prise Salz.

– Das Ei hinzufügen und unterrühren; danach das Mehl nach und nach einarbeiten.

– Kneten, bis ein glatter Teig entsteht. Danach in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

– Die Backform einfetten und den Ofen auf 180 Grad erhitzen.

– Die Äpfel vierteln und die Kerngehäuse entfernen.

Und so macht ihr das Karamell:

– Und jetzt ran ans Karamell, was an sich nicht so schwierig ist. Trotzdem muss man sich beim ersten Mal etwas konzentrieren. Lasst vor allem den Topf nicht aus den Augen und habt etwas Geduld, dann klappt es auch.

– Nehmt eine Kasserolle, also einen Topf mit Stiel, und gebt 150 g Zucker und 40 ml Wasser hinein. Fasst dann den Topf am Griff und schwenkt ihn etwas, damit sich das Wasser mit dem Zucker vermischt. Die restlichen 50 g Butter bereitstellen.

– Nun die Kasserolle mit dem Zucker bei niedriger Temperatur auf den Herd stellen und stetig rühren (sodass sich der Zucker im Wasser auflöst), bis das Ganze kocht. Sobald das Zucker-Wasser-Gemisch kocht, mit dem Rühren aufhören – auch wenn es so aussieht, als ob etwas schiefgehen könnte.

– Das Zuckerwasser vor sich hin köcheln lassen und nach ein paar Minuten (für mein Gefühl dauerte es lange) beginnt sich die Masse zu verfärben. Wenn sich das Zuckerwasser an der einen Seite des Topfes schneller verfärbt als an der anderen, dann dreht ihr den Topf ganz vorsichtig am Stiel, sodass sich alles gut vermischt.

Der Trick beim Karamell ist die richtige Farbe: zu hellbraun = noch kein Aroma, zu dunkelbraun = bitter und nicht lecker. Die Devise: Übung macht den Meister!  

– Wenn ihr also glaubt, das Karamell habe nun die richtige Farbe, nehmt dann den Topf vom Herd. Wartet ein paar Sekunden und fügt dann ein Stückchen Butter hinzu. Das wird schnell aufgenommen und die ganze Sache kocht noch mal ordentlich auf.

– Voilà, euer Karamell ist fertig. Gießt es sofort in die eingefettete Backform und verteilt auch direkt die Apfelstücke darüber.

– Holt den Teig aus dem Kühlschrank. Legt ihn zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie und rollt ihn zu einer Schicht aus, die in die Backform passt. Dann die Apfelstücke damit bedecken.

– Backt die Tarte in 25 Minuten goldbraun und lasst sie danach in der Form abkühlen.

– Nehmt ein Küchenbrett, legt es auf die Backform und dreht beides zusammen um. Dann die Tarte lauwarm servieren – mit einem Löffel Crème fraîche oder einer Kugel Vanilleeis.

Irène De Waal Gastblogger

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Text & Foto: Irene de Waal

 

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