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Uzès, elegantes Städtchen in Südfrankreich

Wer seinen Urlaub im Gard verbringt, schaut sich hauptsächlich die Stadt Nîmes und die berühmte Pont du Gard an. Doch das historische Uzès ist ebenfalls einen Abstecher wert. Die reizvolle Stadt lockt mit mondänem Flair und einem bekannten Markt. Asjha ging dort einen Tag lang einkaufen.

Uzès. Für Pariser mit einem Ferienhaus im Gard ist diese Provinzstadt der ideale Ort, um Trödel, Töpfe, Körbe sowie andere Einrichtungsgegenstände zu kaufen, die ihrem Haus den eleganten Stil der französischen Lifestyle-Zeitschrift Côté Sud verleihen.

uzes gard

Mit den charmanten Häusern, Kopfsteinpflasterstraßen und dem Château der Herzöge von Uzès könnte dieses gut erhaltene Städtchen einer Reisereportage in einem Magazin entsprungen sein. Der 17. Herzog lebt übrigens noch immer in der Burg Le Duché d’Uzes, die auch zu besichtigen ist. Ein anderes Wahrzeichen von Uzès ist der Tour Fenestrelle, ein runder Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert. Er ist schon von weitem zu sehen, wenn man sich bei der Fahrt durch die grüne Hügellandschaft der Stadt nähert.

uzes

Place aux Herbes

Alle Straßen scheinen früher oder später in der Place aux Herbes zu münden. Dieser monumentale Platz mit einem Brunnen in der Mitte ist von mittelalterlichen Häusern und Bogengängen umgeben. Der Ort ist derart fotogen, dass er schon mehrmals als Kulisse für berühmte französische Filme wie Cyrano de Bergerac diente. Rund um den Platz laden Straßencafés zu einem Glas Rosé oder Pastis ein.

Uzes Places des Herbes

 

Der Markt von Uzès

Vor allem am Samstagmorgen erwacht dieser Platz zum Leben, wenn dort der Markt stattfindet – und das bereits seit dem 13. Jahrhundert! Die Stände verteilen sich über den ganzen Platz, über die umliegenden Straßen und sogar bis zum Boulevard Gambetta, der von Platanen gesäumten Umgehungsstraße der Altstadt. Obwohl hier viele Menschen einkaufen, bleibt es angenehm und man kommt sich nicht in die Quere.

uzes marken

Oliven, rosafarbener Knoblauch, kandierte Früchte, Austern, aber auch Kleidung, Körbe und allerlei Nippes – es ist ein einziges Farben- und Duftspektakel. Unmöglich, diesen Markt mit leeren Händen zu verlassen!

Shoppen in der Innenstadt

Während der Markt von Uzès in vollem Gange ist und alle damit beschäftigt sind, ihre Bastkörbe zu füllen, sind viele andere Straßen in der Altstadt wiederum menschenleer. Die ideale Zeit also, um dort in aller Ruhe zu bummeln, die historische Pracht von Uzès zu bestaunen und die hübschen Boutiquen und Restaurants zu besuchen. Asjha hat folgende Tipps für euch:


empfehlenswerte Adressen in Uzès 

Véronique Nocquet: Laden voller französischer Lebenskunst

L’art de vivre à la française– das steht auf der Fassade eines Geschäfts, in dem sich früher ein hübsches, etwas chaotisches Antiquitätengeschäft befand. Trödel und Antiquitäten sind inzwischen verschwunden. Heute gibt es hier eine Menge inspirierende und schöne Dinge zu kaufen. Denn der Laden von Veronique Nocquet, der auch in Paris, Londen oder New York stehen könnte, bietet eine bunte Sammlung aus Kleidung, Schmuck, Fotografien, Kerzen, Glasdeko, Kunst, Lederwaren, typische Pichon-Töpfersachen aus Uzès und vieles mehr. Alles, was Véronique verkauft, wird von französischen Kunsthandwerkern und Künstlern hergestellt.

uzes lifestylgarde shop

Die Töpfe von Uzès

Die Region ist für ihre Töpferwaren bekannt und bei Les Pots d’Uzes gibt es Töpfe in vielen Formen und Farben.  Die Tontöpfe werden noch immer von Hand auf einer Töpferscheibe hergestellt. Bei den sehr großen Töpfen wird zuerst der Boden „gedreht“. Erst wenn diese Unterseite fertig ist, folgen die oberen Teile. Sonst würde der Ton unter seinem eigenen Gewicht zusammenfallen. Die Herstellung eines großen Topfes braucht sehr viel Zeit: Allein das Trocken an der Luft dauert zwischen vier und acht Wochen. Doch dafür hat man auch Qualität in Händen. Erst am Schluss wird das typische „Uzès’“-Markenzeichen mit der Hand hineingemeißelt.

uzes topfe shop

Mittagessen bei Le Comptoir du 7

Gegenüber von Veroniques Laden liegt Le Comptoir du 7, das viele für das beste Restaurant von Uzès halten. Es befindet sich in den ehemaligen Stallungen des Herzogs und hat einen prachtvollen Innenhof. Die Feinschmecker haben Recht: Das Essen hier ist leicht, modern, frisch, geschmackvoll – und das Personal ist äußerst freundlich. Als Ed etwas von seinen köstlich gefüllten Zucchini auf sein Hemd kleckerte, kam die Kellnerin direkt mit einem guten Tipp zu uns. Die „savon magique“, die man in einem Seifenladen ein paar Straßen weiter kaufen kann, bewirkt Wunder.

le comptoir du 7 uzès restaurant

Magische Seife bei Les Savonneries du Soleil

Les Savonneries du Soleil ist ein Seifenladen wie aus dem Bilderbuch. All die Gerüche und Farben stimmen einen sofort fröhlich. Die „Zauberseife“, die uns die Kellnerin im Le Comptoir empfohlen hat, scheint Savon de Marseille détanchant à la terre de Sommierès zu heißen. Es handelt sich um eine graue, längliche Seife, die speziell fürs Fleckenentfernen gedacht ist. Zu Hause haben wir sie ausprobiert – und siehe da, der Fleck ist weg!

uzes savonnerie du soleil

La Fougasse d’Uzès

Am Samstagmorgen steht vor dieser Bäckerei eine lange Schlange, denn hier bekommt man fougasse. Das ist eine provenzalische Spezialität. Sie entstand, als ein Bäcker einen Teil seines Teigs dazu verwendete, um die Temperatur in seinem Holzofen zu prüfen.  Die fougasse gibt es mit Oliven, Zwiebeln, Sardellen, Speck, Käse, Tomaten, Champignons … kurzum mit allem, was lecker ist. Natürlich gibt es auch eine süße Variante. Und bien sûr hat jede Region eine eigene Abwandlung. Da der Laden überfüllt war, es schnell gehen musste und ich mich nicht entscheiden konnte, verließen wir die Bäckerei mit einer gut gefüllten Tasche. Passt alles sehr gut zum Apéro!

10 rue Jacques d’Uzès, Uzès

fougasse bakerai uzès


ÜBERNACHTUNGSTIPP!

Mas La Buissonnière: charmante Top-Adresse nahe Uzès

Wir übernachteten etwas außerhalb von Uzès im wunderschön gelegenen Chambre d’hôtes „Mas La Buissonniere“ von Karen und Rob. Vor einigen Jahren erfüllten sie sich den Traum von einem wunderschönen Haus. Sie sind nicht nur hervorragende Gastgeber, sondern auch im französische Dorfleben voll integriert.

terrasse mas la buissonière uzes

Unser Zimmer war groß, hell, sauber und sehr geschmackvoll eingerichtet. Und wie ich mich in dieser Sommerhitze über eine Flasche kaltes Wasser im Kühlschrank freute! Am Morgen konnten wir uns bei Karen und Rob unser Frühstück selbst aus der Frühstückskarte zusammenstellen. Eine prima Idee, denn ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich den Joghurt, den selbstgebackenen Kuchen, vier Sorten Belag, acht Sorten selbstgemachte Marmelade und die chocolatines stehenlasse. Nach dem Frühstück gesellten sich die Besitzer zu uns. Das war so gemütlich ist, dass wir erst zwei Stunden später aufbrachen!

www.maslabuissonniere.com


Lieber direkt in Uzès übernachten? Hôtel Parenthèse ist sehr schön: ein Hotel voller Kunst und mit einem eigenen Restaurant auf der Dachterrasse.


Pont du Gard

Ich bin kein Fan davon, berühmte Sehenswürdigkeiten mitten im Sommer zu besuchen. Aber wenn man in Uzès ist, darf man das berühmte Aquädukt natürlich nicht auslassen. Wir hatten den Pont du Gard schon mal vor langer Zeit besucht und erlebten beim letzten Besuch eine Überraschung nach der anderen. Nein, man parkt nicht mehr unter einem Baum in der Hoffnung auf etwas Schatten. Und man klettert auch nicht mehr über ein paar Hügel, um zu dieser römischen Brücke zu gelangen.

pont d'uzes gard

Heutzutage gibt es einen gigantischen, gebührenpflichtigen Parkplatz, einen riesigen Betoneingang mit Restaurant, Kino, Souvenirladen und Museum sowie spezielle Wanderwege entlang der schönsten Flecken. Und ja, es ist viel los. Vor allem am und um den Fluss Gardon herum, der unter dem Aquädukt hindurchfließt: sonnenbadende Familien, Kanus im Wasser und Wagemutige, die von der hohen Böschung in den Fluss springen. Aber der Pont du Gard selbst ist zum Glück unverändert: nach wie vor ein schönes und beeindruckendes Bauwerk!

Hier findet ihr weitere Informationen über Uzès und den Gard sowie die Region Okzitanien.

Text und Fotos: Asjha van den Akker und Nicky Bouwmeester, weiteres Foto: Unsplash, Pixabay

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