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6 neue französische Gesetze

Im letzten Jahr tauchten ein paar interessante Regeln und Gesetzentwürfe in Frankreich auf: von der verpflichtenden Photoshop-Kennzeichnung bis zum Zigarettenverbot in französischen Filmen.

1. Photoshop-Kennzeichnung in Werbefilmen (Gesetz)

Seit 1. Oktober 2017 gibt es ein neues Gesetz, das in französischen Werbefilmen verpflichtend den Zusatz ‘photographie retouchée’ (bearbeitetes Foto) fordert, sofern das Foto des abgebildeten Models mit Photoshop retuschiert wurde. Das gilt allerdings nur für Korrekturen am Körper, nicht im Gesicht. Ziel ist es, Magersucht unter jungen Leuten einzudämmen. Dieses Gesetz ergänzt das Loi Mannequin, das Magermodels auf dem Catwalk verbietet.

2. Smartphone-Verbot an Schulen (Gesetzentwurf)

Noch ist es ein Vorschlag, doch wenn es nach der Regierung Macron geht, dann dürfen Schüler von der Grundschule bis zur weiterführenden Schule ab dem Rentrée 2018 (Beginn des neuen Schuljahres im September) keine Handys in die Klasse mitbringen. Eventuell wird man an den Schuleingängen Schränke mit Fächern aufstellen, in welchen die Handys während der Schulzeit verschlossen bleiben. Eine Alternative ist, die Telefone in einem geschlossenen Umschlag im Schulranzen oder Rucksack zu verstauen.

Smartphone-Verbot an Schulen

3. Ermahnender Klaps bei Kindern verboten (Gesetz)

Seit Januar 2017 ist es auch in Frankreich strafbar, Kindern (auch den eigenen) einen „pädagogischen Klaps“ zu geben, sie an den Ohren zu ziehen oder sie zu schütteln. Das Dekret verbietet “tous les actes de violence, verbaux, psychologiques ou physiques (gifler, fesser, pincer, tirer les oreilles ou les cheveux, donner des coups de pied, secouer, saisir brutalement, bousculer, pousser, contraindre l’enfant dans une position inconfortable, le priver de nourriture…) envers les enfants”. In Deutschland gibt es ein ähnliches Gesetz seit 2000.

4. Zigaretten so weit wie möglich aus dem französischen Kino zu verbannen (Gesetzentwurf)

Die Regierung Frankreichs hat vor Kurzem verkündet, dass der Preis für eine Packung Zigaretten noch vor 2020 auf 10 € steigen soll. Der französische Gesundheitsminister setzt sich nun auch nachdrücklich für ein Verbot von abgebildeten Zigaretten in französischen Filmen ein. Derzeit ist noch in 70% aller neuen französischen Filme jemand zu sehen, der raucht. Exit les Gauloises …

Verbot von abgebildeten Zigaretten in französischen Filmen

5. Buße für Falschparken in Paris steigt von 17 € nach 50 € (Gesetz)

Vorbei die Zeiten, in denen die meisten Autofahrer in Paris lieber eine Strafe fürs Falschparken riskierten, als die Parkgebühren zu bezahlen. Die Höchststrafe betrug nämlich 17 €, und die Wahrscheinlichkeit, einen Strafzettel zu erhalten, lag in der französischen Hauptstadt bei 1 zu 15. Ab 1. Januar 2018 sind diese goldenen Zeiten vorbei: Das Bußgeld für unbezahltes Parken steigt auf 35 € und in einigen Zonen gar auf 50 €. Außerdem wird die Parküberwachung in Paris in Zukunft von engagierten Privatunternehmen übernommen. Ein Knöllchen heißt übrigens umgangssprachlich une prune (Pflaume) oder un PV (= proçes-verbal – Strafmandat).

Buße für Falschparken in Paris

6. Das Recht auf Digi-Detox für Arbeitnehmer (Gesetz)

Seit 1. Januar 2017 gibt es in Frankreich ein Gesetz, das Unternehmen mit mehr als 50 Arbeitnehmern dazu verpflichtet, förmliche Vereinbarungen über Zeiträume zu treffen, in denen die Mitarbeiter ihre (Arbeits-)Handys ausschalten dürfen (z.B. abends, im Urlaub). Der Anlass ist die steigende Zahl der Burnouts in Frankreich.

Fotos: CC/Jean-louis Zimmermann (Parken – CCBY2), Filmposter ‘Gainsbourg Vie héroique’ von Joan Sfar (2010), CC/Randalfino (Telefonverbot im Krankenhaus – CCBY2), CC/Igor Maynaud (Gauloises, bearbeitet– CCBY2).

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