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Carcassonne: die Stadt, die man gesehen haben muss

Wer schon einmal dort war, wird es bestätigen: Die mittelalterliche Festungsstadt Carcassonne muss man einmal im Leben gesehen haben. Eine Reise zurück in eine andere Zeit.

Ein Besuch der Mittelalterstadt Carcassonne während eines Urlaubs im Languedoc – das hört sich nach einer stressigen Touristenattraktion an. Aber ihr könnt uns glauben: Es lohnt sich wirklich! Die Altstadt ist absolut beeindruckend und dermaßen schön renoviert, dass man das Gefühl bekommt, in eine andere Zeit zurückversetzt zu werden.

Carcassone Josee

Carcassonne im Rampenlicht

Der Anblick von La Cité de Carcassonne, der vollständig ummauerten Festungsstadt in der südfranzösischen Region Aude, wird vielen bekannt vorkommen. Sie diente als Vorbild eines beliebten Gesellschaftsspiels, steht auf der Liste des UNESCO-Welterbes, ist seit vielen Jahren Start- oder Zielort der Tour de France und ein absolutes Muss für jeden Südfrankreich-Urlauber.

Carcassonne Spiel

Zahlen und Fakten

Die Stadt liegt ungefähr 90 Kilometer südöstlich von Toulouse in der Region Aude. Bei der Anfahrt seht ihr schon von weitem die Festungsstadt auf einem Hügel. Besser gesagt: Zu sehen sind vor allem die imposanten Festungsmauern, die mit sage und schreibe 52 Türmen gespickt sind. Die meterhohen Mauern umschließen die gesamte Altstadt, die lediglich über zwei Eingangstore zugänglich ist. Damit gilt die Cité de Carcassonne als größte ummauerte Festung Europas.

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Besuch der Cité de Carcassonne

Möchtet ihr die ummauerte Stadt besuchen, solltet ihr euch das – vor allem in der Hochsaison – entweder sehr früh am Morgen oder am späten Nachmittag vornehmen. Ihr könnt auf einem der großen Parkplätze direkt vor der Stadtmauer parken (oder das Fahrrad nehmen, siehe unten). Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Der Eintritt ist frei – mit Ausnahme des Schlosses, das auch ein Museum beherbergt.

Betretet die Stadt am besten durch das Narbonnaise-Tor mit seinen zwei gigantischen Türmen. Dies ist der „Hauptzugang“ zur mittelalterlichen Stadt. Wenn man durch das Tor geht, fühlt man sich sofort in eine andere Welt versetzt! Als ich die Stadt zum ersten Mal besuchte, ging meine Fantasie mit mir durch: Ich hatte das Gefühl, mir würden in den verwinkelten Kopfsteinpflaster-Gassen der Altstadt, zwischen den hübschen kleinen Geschäften und den mittelalterlichen Häusern gleich leibhaftige Knappen, Troubadoure und Edelfrauen begegnen. Das war (leider) nicht der Fall. Obwohl die Atmosphäre ans Mittelalter erinnert: Die heutigen Bewohner sind absolut zeitgemäß. Das örtliche Fremdenverkehrsbüro bietet mehrere Führungen an. Mein Tipp: einfach auf eigene Faust durch die kleinen Straßen bummeln und sich überraschen lassen.

St Nazaire

Basilika Saint-Nazaire

Nicht verpassen!

Mit Sicherheit kommt ihr an der Basilika Saint-Nazaire vorbei. Von außen sieht sie nicht besonders beeindruckend aus, aber ihr solltet auf jeden Fall einen Blick hoch auf die Buntglasfenster und die gargouilles werfen, die Wasserspeier. Sie scheinen einen zu beobachten! Wenn die Kirche geöffnet ist, schaut mal rein. Das Innere wurde erst kürzlich renoviert (seht euch die prachtvollen Kronleuchter an!) und bietet eine einzigartige Mischung aus romanischem und gotischem Stil.

Möchtet ihr über die Stadtmauer gehen, dann kauft eine Eintrittskarte für die Burg, die im 12. Jahrhundert von der Familie Trencavel erbaut wurde. Dort bekommt ihr einen guten Einblick in das frühere Leben der Adligen, und über den Garten gelangt ihr zu den Wallanlagen. Lust auf einen Kaffee, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten? Zwischen Place Marcou und Place Saint Jean befinden sich die meisten Bars und Cafés.

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Radfahrerstadt Carcassonne, von der Tour zur Radtour

Dass Carcassonne und Radfahren untrennbar miteinander verbunden sind, beweist die Zusammenarbeit mit der Organisation der Tour de France, die bis ins Jahr 1947 zurückreicht. Carcassonne war damals Start- und Zielort der Tour. In den darauffolgenden Jahren war die Stadt ebenfalls mehrmalig Gastgeber der Tour. Auch in diesem Jahr waren die Kameras auf Carcassonne gerichtet, dem Zielort der 15. Etappe, die am 17. Juli stattfand.

Die Liebe zum Fahrrad spiegelt sich auch im Fahrradverleih Cyclolib wider, der 50 E-Bikes mit entsprechenden Ständern in der Neustadt und in der Nähe der Altstadt anbietet. Die Stadt hat in diesem Jahr auch eine Fahrrad-App eingeführt, Carcassonne Interactive, mit der ihr euch in und um Carcassonne herum auf GPS-geführten Fahrradrouten austoben könnt.

festival carcassonne

Festival de Carcassonne – 5. bis 31. Juli 2022

Noch eine andere Sache hat Carcassonne berühmt gemacht: das jährliche Sommerfest, das in diesem Jahr vom 5. bis 31. Juli stattfindet. Das Programm umfasst mehr als hundert Konzerte und Aufführungen – französisches und internationales Varieté, Theater, Zirkus, Tanz, Jazz, Oper, klassische Musik. Viele der Vorstellungen, die an verschiedenen prominenten Orten in der Stadt aufgeführt werden (z. B. La Cité), sind kostenlos zugänglich.

▶︎ Im Jahr 2022 stehen auf dem Programm: Dutronc en Dutronc (Senior und Junior), Jack White, LP, Rag’n’Bone Man, Orelsan, Louane, Mika, Deep Purple, Julien Doré, Vianney, James Blunt, Ben Harper & The Innocent Criminals, John Legend, Calogero, Verdis La Traviata … Oh mon dieu, das ist ein Staraufgebot!

Tekst: Josee Schouten Beeld: Coverbeeld Carcassonne©Sebastien Carles , 1e beeld  Josee Schouten, Carcassonne panorama stad Alain Bonnardeaux  CC UNSP-  Carcassonne Spel – CC UNSPDaniel Tuttle , Basiliek Saint Nazaire CC UNSP Hector Rivas, fietser voor La Cite: Office Municipal de Tourisme , Festival de Carcassonne ©Julien Roche

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