Oui, oui – wir haben uns sofort in diese wunderschöne Insel vor der französischen Westküste verliebt. Weniger überlaufen als die Île de Ré, aber etwas mondäner als die Île d’Oléron: die perfekte Mischung. Dazu kommt dieses unverwechselbare Inselgefühl – ein bisschen abgeschieden und angenehm eigensinnig. Hier sind zehn Gründe, warum uns die Île de Noirmoutier so fasziniert.

1. Le Passage du Gois
Wir erreichten Noirmoutier über die moderne Brücke (kostenlos), für die Rückfahrt hatten wir aber ganz bewusst Zeit eingeplant. Denn wir wollten un-be-dingt über die berühmte Passage du Gois fahren. Diese Zufahrtsstraße aus dem 18. Jahrhundert verläuft tatsächlich über den Meeresboden und ist nur bei Ebbe befahrbar. Ziemlich spannend, denn das Wasser kann hier überraschend schnell zurückkehren. Autos dürfen die Passage deshalb nur innerhalb fester Zeiten überqueren: etwa 1,5 Stunden vor bis 1,5 Stunden nach Niedrigwasser. Ein kurzer Blick auf die Gezeitentabelle lohnt sich also – außer ihr habt Lust auf ein nasses Abenteuer.
Was uns außerdem aufgefallen ist: überall entlang der Straße durchstreiften Einheimische mit Eimern den Schlick, auf der Suche nach Muscheln und anderen Meeresfrüchten. Schön anzusehen und typisch Noirmoutier. (Mehr dazu bei Punkt 9.)
2. Inselgefühl
Abgesehen von der Brücke (welche Ré und Oléron übrigens auch haben) herrscht auf Noirmoutier immer noch ein echtes Insel-Feeling: vom Winde gekitzelt und weg von allem! Am intensivsten ist dieses Gefühl, wenn ihr an einem der verlassenen Strände an der Nord- und Nordostküste von Noirmoutier auf den Atlantik schaut … einfach magisch!

3. Fischerdorf Le Vieil
Ein Traum von einem Dorf auf der nördlichsten Spitze der Insel, in dem es kaum mehr als ein Café und einen kleinen Supermarkt gibt. Doch welchen Charme es ausstrahlt! Schmale Gassen mit Stockrosen, eine einsame Seemannskirche, ein Strand und ein Hafen, die beide bei Ebbe komplett trockenfallen, sowie niedrige, weiße Fischerhäuser, in denen man liebend gerne einen Sommer lang wohnen möchte …
4. Salinen und Fleur de Sel
Das andere Postkartenmotiv, das einem bei der Fahrt über die Insel begegnet, das sind die glitzernden Salzwasserbecken, umgeben von weißen Hügeln. Das Natursalz von Noirmoutier wird als Delikatesse gehandelt, und in vielen Geschäften auf der Insel könnt ihr Säckchen voller „Salzblumen“ (fleur de sel) erwerben.

5. So viele Strände und kleine Badebuchten
Jedes Mal, wenn wir wieder einen kleinen Weg Richtung Meer nahmen, wartete die nächste Überraschung auf uns: ein neues Strandjuwel. Denn Strände gibt es hier in allen Formen und Größen – zum Beispiel die langen Sandstrände Plage des Sableaux im Nordosten oder die Plage de Luzérande an der Nordwestküste. Dazu kommen kleine Buchten mit Stränden zwischen Felsen und Pinien, wie die Plage des Dames. Wirklich wie aus dem Bilderbuch: weiße Umkleidekabinen aus den 1930er-Jahren, feiner Sand und herrlich klares Wasser. Über einen Weg durch die Pinien spaziert ihr entlang des Strandes zu einem langen Holzsteg, von dem aus ihr die ganze Bucht überblicken könnt. Rechts davon könnt ihr über die Felsen zu einem weiteren kleinen, versteckten Strand klettern: der Plage de l’Anse Rouge. Oder ihr radelt einfach weiter und nehmt die nächste Abzweigung!

6. Kiefern bis ans Meer
Typisch für die französische Westküste, und auch auf Noirmoutier anzutreffen: Kiefernwälder, die bis zum Strand reichen. Auch die bereits erwähnte Plage des Dames wird von Steineichen und duftenden Strandkiefern umrahmt. In diesem großen Wald, Le Bois de la Chaise genannt, stehen weiterhin prachtvolle Villen aus der Belle Epoque.
7. Austern und Muscheln
Für Austernfans ist Noirmoutier ein Sehnsuchtsort. Sobald ihr auf die Insel kommt, dann seht ihr an der Straße ein Schild neben dem anderen mit der Aufschrift „huÎtres“ (Austern) oder „dégustation“ (Verkostung). Und auch Muscheln gibt es zuhauf! Vor allem auf dem Rückweg nach Noirmoutier-en-l’Île kamen wir an mehreren Orten vorbei, die perfekt für einen kleinen Austern-Stopp waren.
8. Schloss besichtigen und auf einer Terrasse im charmanten Noirmoutier-en-l’Île entspannen
Noirmoutier-en-l’Île, der größte Ort der Insel, solltet ihr auf keinen Fall verpassen. Hier treffen mittelalterlicher Charme und modernes Insel-Lifestyle aufeinander. Das stimmungsvolle Zentrum rund um das Schloss aus dem 12. Jahrhundert mit seinen hohen weißen Türmen lädt zum Bummeln ein. Das Château de Noirmoutier wurde nach einer umfassenden Renovierung im April 2026 wiedereröffnet und kann nun wieder besichtigt werden. Freut euch außerdem auf charmante alte Kaufmannshäuser, einen kleinen Hafen, gemütliche Einkaufsstraßen und vor allem: viele Restaurants und Terrassen.

9. Pêche à pied
Ein auf Noirmoutier beliebter Volkssport ist la pêche à pied oder auch Gezeitenfischerei. Bei Ebbe sieht man viele Leute mit einem Eimer und einer Schaufel oder einem Fischnetz im Watt herumlaufen. Im Schlick suchen sie nach Schalentieren und in den verbleibenden Wasserbecken zwischen den Felsen nach Fischen.
10. Radeln, radeln, radeln!
Wirklich wahr: das Fahrrad ist die beste Art, die Insel zu entdecken. Noirmoutier ist komplett flach, sodass ihr in kurzer Zeit ganz unterschiedliche Landschaften erleben könnt – Wälder, Salzgärten, Austernfelder, kleine Häfen, Polder, Felder und alte Windmühlen.
Insgesamt gibt es drei Fahrradrouten auf der Insel. Wir haben die Route Entre plages et ports gemacht: eine 19,3 Kilometer lange Rundtour durch den Norden der Insel entlang von Stränden sowie Fischer- und Hafenorten wie Le Vieil und l’Herbaudière. Dazu kommen noch zwei weitere Strecken: Entre marais et moulins durch Salzgärten, Polder und vorbei an Windmühlen im Nordwesten (18,5 km) sowie Entre Gois et forêts entlang von Strand, Dünen, Poldern und der Passage du Gois im Südosten (23,3 km). Mit dem Fahrrad erreicht ihr außerdem viel leichter die kleinen „versteckten“ Strände – die sandigen Pfade am Straßenrand verraten meist schon den Weg dorthin. Typisch für die gemütliche Atmosphäre von Noirmoutier: Sogar Radfahrer begrüßen sich unterwegs mit einem freundlichen „bonjour“!
Eine Impression unserer Fahrradtour:
Tipp zum Übernachten! Ein schönes Hotel auf der Insel ist La Villa en l’Ile, keine 10 Gehminuten von der Plage des Dames und vor den Toren von Noirmoutier-Stadt gelegen. Das Hotel ist modern eingerichtet, hat ein Schwimmbad, die Besitzer sind sehr nett, und das Frühstück ist herrlich (frischer Kuchen, Brioches und Obstsalat). Auch Campingfans finden hier viele Möglichkeiten. Zwei Campingplätze sind uns besonders aufgefallen: der Huttopia-Campingplatz in Bois de la Chaise, direkt am Meer gelegen, und der bei Wohnmobilreisenden beliebte Camping Municipal de La Pointe bei l’Herbaudière.
Mehr Infos über die Insel, Aktivitäten und Unterkünfte auf ile-noirmoutier.com



Text:Josee Schouten und Nicky Bouwmeester. Fotos: Josee Schouten, Nicky Bouwmeester, Danielle van Poppel, außer Gezeitenfischerei (CC/marthelelièvre), Salinen (CC/A. Lamoureux), Noirmoutier-Stadt


Nikolaus -
Sehr schöne Insel, bitte nicht weiter sagen. Während der Sommerferien immer sehr voll. Ausserhalb der Ferien paradiesisch ruhig.
Leider wird immer der mit einfachen Mittel hergestellte freundlich maritime Inneraum der Kirche Sacre Coeur von L` Herbaudiere vergessen. V.a.morgens und abends ist die Insel ein Traum.
Die Passage de Gois ist bei Ebbe ein besonderes Erlebnis.