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Welchen französischen Aperitif trinkt man wo?

Incroyable, was gibt es in Frankreich doch für eine große Auswahl an Drinks! Neben Wein und Bier hat jede französische Region auch ihre eigenen Aperitifs zu bieten. Wollt ihr wissen, was man euch in diesem Sommer in Frankreich einschenken wird?

Provence: Rosé, Pastis oder Rinquinquin

Pastis ist der südfranzösische Aperitif an heißen Tagen. Oder wie die Provenzalen sagen: „Pastis par ciel bleu, pastis délicieux” (Pastis bei schönem Wetter ist ein leckerer Pastis). Roséwein hat sich zu einem weiteren regionalen Klassiker entwickelt, der so gefragt ist, dass man diesen Sommer mit Engpässen in Südfrankreich rechnet.  Ein etwas „altmodischer“ Aperitif aus der Provence ist vin de pêche, Weißwein, angereichert mit Zucker und Pfirsichblättern, u.a. von der Marke Rinquinquin.

Rinquinquin Französischer Aperitif

Französische Westküste: Pineau und Cognac-Schweppes

Wer sich in der Charente-Maritime oder der Charente beliebt machen will, der bestellt einen Pineau des Charentes, einen aus Traubenmost hergestellten Likörwein, der mit einem Schuss Cognac aufgepeppt wird. Die Einheimischen sind auf dieses Getränk äußerst stolz, wobei die jüngere Generation anderen Drinks den Vorzug gibt, z.B. Cognac-Schweppes, ein Longdrink aus Cognac mit Tonic.

Elsass-Lothringen und Nordfrankreich: Picon-Bière

Picon ist ein bitterer Orangenlikör, der an den italienischen Apérol erinnert. Ursprünglich stammt er aus Marseille, doch getrunken wird er vor allem in Ost- und Nord-Frankreich. Dort vermischen sie den knallorangenen Likör mit Bier, welches somit einen höheren Alkoholgehalt erhält. Also mit Vorsicht zu genießen.

Tchinnn à la Fête Nationale, entourée de Français! #piconbière

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Bourgogne und Mittelfrankreich: Blanc-Cassis oder Kir

Wer seinen Urlaub schon mal in der Bourgogne verbracht hat, dem ist dieser regionale Aperitif sicher nicht entgangen. Ein Kir oder auch Blanc-Cassis besteht aus einfachem Weißwein mit einem ordentlichen Schuss Crème de Cassis. Der süße Johannisbeerlikör verleiht jedem stinknormalen Landwein einen Hauch festlicher Atmosphäre. Das ist vermutlich auch der Grund, warum er sich zum beliebtesten Aperitif Frankreichs entwickelte. Inzwischen fügt jede französische Region dem Weißwein ihre eigenen, lokalen Liköre hinzu.

Ardèche: Castagnou und Myro

Letzterer begegnet euch hauptsächlich in der Ardèche, einer Gegend, in der Kastanien und Waldbeeren im Überfluss wachsen. Beide Früchte geben auch dem bekanntesten Regional-Aperitif ihren Geschmack. Castagnou ist ein Kir (Mischgetränk) aus Weißwein und Kastanienlikör; ein Myro besteht aus Weißwein oder Rosé, angereichert mit Waldbeerenlikör (Crème de myrtille). 

Myro Französicher Aperitif

Normandie: Calva’ oder Pommeau

Mit Calvados seid ihr in der Normandie immer gut bedient. Man trinkt ihn nach dem Essen als Digestif, zum Essen oder zwischen den einzelnen Gängen oder als „trou normand“, um den Appetit anzuregen. Und sogar vor dem Essen als hochprozentigen Aperitif. Eine etwas leichtere  Abwandlung während eines typisch regionalen Umtrunks ist Pommeau, der aus Cider und Calvados besteht.

Bretagne: Cider, Kir Breton und Godinette

In der Nachbarregion Bretagne ist Cider ebenfalls sehr beliebt. Ein echter Bretone trinkt ihn natürlich zu Crêpes und galettes, doch auch zum Aperitif landet fast immer eine Flasche Cider auf dem Tisch. Ein „Kir Breton“  ist Johannisbeerlikör, der – anstatt mit Weißwein – mit Cider vermischt wird. Neben vielen Biersorten steht der (für seinen Durst bekannte Bretone) auch auf den lokalen Drink Godinette. Das ist eine Art Sangria mit Erdbeeren aus Plougastel in Eau-de-Vie und Weißwein. Und nein, natürlich wird man davon überhaupt nicht beschwipst (pompette) …

#godinette #birthday

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Südwestfrankreich: Floc de Gascogne

In Departements wie Lot-et-Garonne, Gers und Tarn, also im Südwesten Frankreichs, ist der Floc de Gascogne das allgegenwärtige Begrüßungsgetränk, wenn man eingeladen ist. Diesen mit Armagnac aufgepeppten Wein gießen die Einheimischen auch gerne als Vorgericht in eine Melonenhälfte, außerdem bildet er die Basis diverser Cocktails.

Floc de Gascogne Französischer Aperitif

Languedoc-Roussillon: Vermout oder süßer Wein

Aus dieser Weingegend stammen diverse starke Weine sowie 2 bekannte, französische Wermut-Marken: Noilly Prat (weiß) und Byrrrh (rot). Auch kennt die Region einige süße Weine, die nicht nur zum Dessert, sondern auch während des l’apéro getrunken werden.

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Französische Alpen: Génépi und lokale Biersorten

Eigentlich ist dies eher ein Digestif, doch wir schmuggeln ihn trotzdem in diese Liste hinein. Denn wenn ihr in (Hoch-)-Savoyen eine lange Bergwanderung hinter euch habt, dann wird der Bergführer mit Sicherheit auf die Theke klopfen und sagen: „So, jetzt einen génépi”! Dieser mit Alpenkräutern angereicherte Likör schmeckt stark und würzig. Außerdem findet ihr in den französischen Alpen verschiedene, regionale Biersorten wie diejenigen der Brasserie du Mont Blanc.

Fotos: CC/Marianne Casamance (Rinquinquin und Myro),  Wikicommons (Floc de Gascogne), CC/Daniel Persson (Ricard), Ulrike Grafberger (Lillet)

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Eine Antwort zu “Welchen französischen Aperitif trinkt man wo?”

  1. Michael Stallkamp sagt:

    Im Perigord gibts da auch noch den Vin de Noix,
    den sollte man bei dieser Auflistung auf keinen Fall vergessen

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