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Perfekte Crêpes: das Rezept von Carole

Heute ist La Chandeleur, ein Festtag, an dem die Franzosen traditionell Crêpes essen. Zum Glück stammt Carole nicht nur aus der Bretagne (wo besonders viele Crêpes gegessen werden), sondern sie hat auch noch ein professionelles Crêpe-Diplom. Dies ist ihr Rezept für perfekte französische Crêpes mit gesalzener Butter. Unwiderstehlich lecker! 

La Chandeleur ist ein französischer Festtag, der – grob gerechnet – mit einem Feiertag zusammenfällt, an dem die alten Römer Kerzen (chandelles) für die Göttin der Ernte und Fruchtbarkeit anzündeten. Die Kelten hingegen begingen in dieser Jahreszeit ihre großen Reinigungsrituale. Die katholische Kirche fasste alle diese heidnischen Bräuche in einem Festtag zusammen: Am 2. Februar wird Mariä Lichtmess gefeiert, doch das Pfannkuchen-Backen blieb als symbolische Bitte für eine erfolgreiche Ernte erhalten. Traditionell halten die Franzosen dann eine Münze in der linken Hand, während sie mit der Rechten den Crêpe in die Luft werfen. Dieser Brauch soll Glück bringen. Damit die Crêpes gut schmecken, müsst ihr nicht mit Geldmünzen herumhantieren, Carole kennt ein paar andere gute Tricks. Hier folgt ihr Rezept.

Oh ja, falls es heute regnen sollte, dann sieht es die nächsten Wochen nicht gut aus, denn ein französisches Sprichwort lautet: „Quand il pleut pour la Chandeleur, il pleut pendant quarante jours” (Wenn es an Chandeleur regnet, dann regnet es die nächsten 40 Tage)!

Bretonische Crêpes

Zutaten (für rund 17 Crêpes)

500 g Weizenmehl Typ 55
10 g Salz (kleiner Esslöffel)
150 g Zucker
4 Eier
25 g gesalzene Butter
0,9 l halbvolle Milch
½ EL Vanillearoma

Den Teig zubereiten
Mehl, Salz, Zucker, Eier und 50 cl Milch in eine Schüssel geben und dann kräftig mit einem Hand-Rührbesen vermengen. Normalerweise dürften dabei keine Klumpen entstehen. Dann die Butter in einer Pfanne schmelzen, bis sie hellbraun ist. Die geschmolzene Butter und die Vanille in den Teig geben, gut umrühren, und den Rest der Milch hinzugießen. Falls doch noch ein paar Krümel übrigbleiben, kann man die Masse durch ein Sieb gießen.Danach mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen..

Tipps & Tricks für das Backen der Crêpes:
– Nehmt am besten eine Pfanne mit Antihaftbeschichtung (kann bei Amazon bestellt werden), die nicht zu schwer ist, sodass ihr sie noch mit einer Hand hochheben könnt.
– Lasst die Pfanne richtig heiß werden, doch sie soll nicht qualmen.
– Ihr braucht keine weitere Butter hinzufügen, denn die ist ja bereits im Teig. Er dürfte also nicht mehr an der Pfanne kleben bleiben (auch nicht in einer Pfanne ohne Antihaftbeschichtung).
– Nehmt einen Suppen-Schöpflöffel: Eine Kelle voll ist genug für einen Crêpe, dann den Teig in der Pfanne durch Schwenken verteilen.
– Wenn ihr die Crêpes etwas knuspriger mögt, müsst ihr sie einmal umdrehen und 10 Sekunden braten lassen, dann wieder umdrehen.
– Am Schluss bestreicht Carole den Crêpe noch mit einem Pinsel mit gesalzener Butter, sodass der Crêpe besonders braun und glänzend wird.
– Wenn ihr den Crêpe noch flambieren möchtet, dann braucht ihr Schnaps mit einem Alkoholgehalt von über 40 Prozent. Wenn der Alkoholgehalt unter 50 Prozent liegt, dann solltet ihr den Schnaps erst noch erwärmen. Vergesst vorher nicht, die Abfuhr der Dunstabzugshaube auszumachen (sonst fängt es noch zu brennen an), streut dann Zucker auf den heißen Crêpe, gießt den Alkohol darüber und zündet ihn mit einem Streichholz an.

Lest auch : So erkennt ihr, ob jemand aus der Bretagne stammt 

Bretonische Galettes

Herzhafte Crêpes heißen in der Bretagne Galettes und sie werden aus Buchweizenmehl (sarrasin) anstatt aus Weizenmehl zubereitet. Sie sind also glutenfrei! Hier kommt ein besonders schnelles Rezept, denn normalerweise besteht der Teig nur aus Buchweizenmehl, grobem Salz und Wasser, aber er muss dann mindestens 8 Stunden ruhen.

Zutaten (für circa 17 Galettes)

500 g Buchweizenmehl
15 g Salz
1 l Wasser
1 Ei
1 EL Honig
10 cl Cider oder Bier oder Buttermilch
Schmalz oder Erdnussöl zum Anbraten der Galettes
Gesalzene Butter

Den Teig zubereiten
Alle Zutaten (außer das Bier) in eine Schüssel geben und mit dem Rührbesen mischen. Klumpen dürften nicht entstehen, die Zutaten vermengen sich von selbst. Am Schluss das Bier oder den Cider langsam hinzugießen und umrühren. Man kann den Teig zwischen einer halben und einer Stunde vor Gebrauch zubereiten, doch sollte man ihn noch am selben Tag verwenden.

Tipps & Tricks für das Zubereiten von Galettes:
– Ob die Pfanne eine Antihaftbeschichtung (kann bei Amazon bestellt werden) hat oder nicht, macht keinen großen Unterschied.
– Achtete darauf, dass die Pfanne gut eingeölt und heiß ist – sogar noch heißer als bei den Crêpes!
– Fettet die Pfanne nach jeder Galette wieder neu mit Schmalz oder Öl ein; verwendet dazu ein zu einer Kugel zusammengeknülltes Küchenpapier oder -tuch.
– Nehmt vom Teig einen nicht allzu vollen Schöpflöffel und verteilt ihn mit einem Teigschaber in der Pfanne oder schwenkt die Pfanne einfach ein bisschen hin und her.
– Dreht die Galette, wenn sie nicht mehr an der Pfanne klebt, mit dem Teigschaber oder Pfannenwender um, lasst sie 10 Sekunden weiterbraten und dreht sie dann noch einmal um.
– Verteilt mit einem Küchenpinsel etwas gesalzene Butter auf der Galette und belegt sie dann mit herzhaften Zutaten eurer Wahl wie Ei, Schinken, Käse, Spinat, Lachs …
– Faltet die Galette 2 oder 4 Mal, ganz wie ihr wollt.


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Bretonische Crepes

Text & Foto: Carole Gölitz Bild Links oben CC/Pexels und in der Mitte: Chatel Yvon Studio – Neiges Etoilees Nicolas Rubin

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2 Antworten zu “Perfekte Crêpes: das Rezept von Carole”

  1. Doris sagt:

    Nach unserem Urlaub an der bretonischen Atlantikküste mit reichlichen Crêperiebesuchen fand ich euere Rezepte für Galettes und Crêpes. Habe sofort Crêpes ausprobiert und finde es fantastisch, gelingsicher und lecker…und ich fühlte mich gleich wieder im Urlaub… Das Galettes-Rezept probiere ich auch noch, habe ich mir doch Sarrazin mitgebracht.
    Auch den Buch-Hinweis habe ich mit Interesse gelesen und werde der Crêperie in Hamburg bestimmt einen Besuch abstatten…

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