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Josee und Carole radeln auf der ViaRhôna

Radwegekarte … check, Fotoapparat und Selfie-Stick … check, Rock zum Radfahren (so eitel sind wir) … check! Wir können also loslegen mit unserer Tour auf der ViaRhôna! Nach einer Nacht in unserem fantastischen Haus am Wasser packen wir unsere Tagesrucksäcke und schwingen uns aufs Fahrrad.

1. Tag: Highlights Radtour Chanaz – Groslée

Wir sind in Chanaz, einem idyllischen, fast 500 Jahre alten Dorf in Savoyen, nur ein paar Kilometer vom bekannten Lac de Bourget entfernt. Uns erwartet ein hervorragend asphaltierter Radweg. Nördlich von uns liegt Genf, doch wir wählen den temperamentvolleren Süden und nehmen Kurs auf Belley und Groslée. Durch die Gegend radelnd genießen wir die abwechslungsreiche Landschaft des Departements Ain, und am Horizont entdecken wir ein paar ordentliche Hügel und sogar Berge (zum Glück müssen wir dort nicht hoch!). Ein fantastischer Abschnitt der Strecke ist der breite und makellos asphaltierte Radweg bei Belley, der direkt am Wasser entlang führt. Der Vorteil einer Tour am Fluss ist, dass es keine Steigungen gibt. Manchmal führen Abzweigungen weg vom Wasser in die Dörfer hinein. Bei Yenne verlieren wir jedoch die Orientierung, denn hier ist der Radweg noch nicht ganz fertig. Sind wir so schlechte Kartenleser oder gab es einfach keine Hinweise? Ein anderer Radfahrer hilft uns aus der Bredouille und bringt uns zurück auf den richtigen (Rad-)Weg. Wir wundern uns sowieso über die vielen Radfahrer. Nicht nur Touristen scheinen diese neue Route zu genießen, sondern auch Einheimische, wie wir durch Gespräche mitbekommen.

Tour auf der ViaRhona: makellos asphaltierte Radweg bei Belley

Und nicht alle sind mit dem Rad unterwegs, denn die Rhône hält so manche Überraschung bereit, wie wir später noch erfahren. Zwischendurch tauschen auch wir das Rad gegen ein Kanu bei Les Barrages de Champagneux ein, wo wir ein echtes „Dschungel“-Abenteuer in den Strömungen der alten Rhône erleben. Keine 3 Stunden später geht’s wieder raus aufs Wasser, diesmal mit einem Amphibienfahrzeug.

Amphibienfahrzeug

Tag 2. Highlights Lyon

Ehrlich gesagt: Wenn man viel sehen und erleben möchte, dann sollte man die Tour etwas abkürzen. Mit dem Auto legen wir die Strecke Groslée – Lyon zurück, um uns die Zeit für eine Radtour durch Frankreichs zweitgrößte Stadt zu nehmen. Denn Lyon ist hip, happening und fahrradfreundlich. Kein Rad dabei? Macht nichts. Das Fahrradverleihsystem Velo’v bietet über 3.000 Fahrräder, verteilt über die ganze Stadt. Dafür wurde der Kai entlang der Rhône verbreitert und den Radfahrern, Joggern und Spaziergängern übergeben. Man fährt an monumentalen Häusern, imposanten Brücken und zahllosen Cafés und Restaurants auf umgebauten barques (Kähnen) vorbei. Zielpunkt ist das Viertel La Confluence, in dem einen die Fassaden des neuen, gleichnamigen Museums begrüßen.

Radfahren in Lyon und Viertel La Confluence

Ein weiterer Höhepunkt: der 2 Kilometer lange Radtunnel La Croix-Rousse, der die parallel zueinander verlaufenden Ufer der Saône und der Rhône miteinander verbindet. Zwischen ihnen liegt ein Hügel, der La Croix-Rousse, und durch diesen fährt man hindurch. Sobald man in das schwarze Loch hineinradelt, werden die Ohren mit ruhiger Musik und die Augen mit Bildsequenzen auf den Mauern überrascht. Gar nicht so einfach, sich noch auf den Radweg zu konzentrieren!

Radtunnel von La Croix Rousse in Lyon

3. Tag: Vienne – Tain l’Hermitage; in die Weinberge!

Von Lyon aus nehmen wir den Zug – die Fahrräder dürfen wir mitnehmen! – nach Vienne. Viele kennen den Ort als Zwischenstopp auf ihrer Reise in den Süden. Viel zu schade für einen kurzen Halt, denn hier gibt es eine Menge zu sehen. Außerdem ist dies mehr oder weniger das Tor zu den Weinbergen des Rhône-Tals. Bei Condrieu verändert sich die Landschaft auf spektakuläre Weise von einer langweiligen Ebene in eine wunderschöne Hügellandschaft voller Weinreben. Nach Sablons geht es weiter durch eine waldige Gegend, die Hügel werden höher und man hat prima Ausblicke auf die Rhône. Bei Saint-Vallier war der Radweg noch nicht ganz fertig und Schilder machten uns auf die alternative Route nach Tain l’Hermitage aufmerksam. Dort lag der Endpunkt unsere Tagesetappe – und was hatten wir für Glück! Ein Ort mit südlichem Charme und Heimat der Crozes-Hermitage-Weine. Außerdem hatten wir eine fantastische Adresse zum Übernachten und Essen! Hmmm, können wir hier vielleicht etwas länger bleiben?

Weinberge van der Via-Rhona

4. Tag: zwischen Drôme und Ardèche hin und her kurven

Wie viele Brücken führen über die Rhône? Das fragen wir uns, als wir weiter Richtung Süden radeln. Dabei sind wir einmal im Departement Ardèche und dann wieder im Departement Drôme. Bisher war uns nicht bewusst, dass die 2 bekannten Regionen auf gleicher Höhe liegen und dann beide jeweils an einem Ufer der Rhône. Der Schönheit tut dies keinen Abbruch, denn die Landschaft ist an beiden Seiten gleich idyllisch und es wird zunehmend mediterraner. Selbst die Dörfer sehen sonniger aus und zeigen sich in provenzalischen Farbtönen. Alles in allem eine prächtige Route, die einen quer durch die Stadt Valence führt. Eine prima Abwechslung und man sollte seine wohlverdiente Pause auf dem schönen Boulevard Maurice Leclerc einlegen!

Tour auf der ViaRhona: Ardèche und Drome

Wollt ihr wissen, welche Schlussfolgerungen wir aus diesem Mini-Trip mit dem Fahrrad gezogen haben? Lest dann auch:
Getestet: ViaRhôna, neuer Radweg entlang der Rhône
und die Fortsetzung Entlang der Rhône zum Mittelmeer

Weitere Tipps und viele Infos über diesen Radweg findet ihr auf de.viarhona.com

Eine Antwort zu “Josee und Carole radeln auf der ViaRhôna”

  1. Andrea Tietz sagt:

    Sehr schöner Artikel,
    würde am liebsten sofort losradeln 😊

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