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Roadtrip in Aquitaine: Josee und Carole in einem Campervan

Wie ist das wohl, ein Urlaub in einem hippen Campingbus? Das pure Gefühl von Freiheit und Abenteuer? Oder ist es nur was für echte Campingfans? Josee und Carole tourten mit dem hübschen Campervan von Black Sheep entlang der Atlantikküste von Arcachon nach Saint-Jean-de-Luz.

Campingtrends

Zwei Tendenzen lassen sich erkennen: Glamping und Campervanning. Letzteres ist vermutlich noch nicht in den Sprachgebrauch eingegangen, aber ihr könnt uns glauben, dass es bald zu den gängigen Verben gehört. „Was macht ihr im nächsten Urlaub? Wir gehen zum Campervannen nach Südfrankreich.” Zeit also für die erste campervan-experience, denn wir wollen ja schließlich mitreden können!

Campervans und Minibusse

Unser Roadtrip startet in Bordeaux. Oder besser gesagt am Flughafen, denn wir reisen mit Easyjet in die Weinstadt. Von dort bringt uns ein Taxi in den Vorort Bègles, wo die Campervans von Black Sheep stehen. Dieses junge Unternehmen konzentriert sich voll und ganz auf das Vermieten von komplett eingerichteten Campervans (eine etwas kleinere Camper-Version) und Minibussen mit Stationen in Lyon, Genève, Marseille und Bordeaux.

Unser Roadtrip mit Black Sheep Campervan entlang der Atlantikküste

Klappen, schieben, ziehen

Während des Eincheckens wird erklärt, wie der Campervan funktioniert. Wir wollen natürlich unterwegs auf keinen Fall als „Frauen am Steuer“  abgestempelt werden. Daher gleich der erste Tipp: Lasst es euch nicht nur erklären, sondern probiert es selbst aus. So haben wir am Parkplatz gleich zwei Mal das Sonnendach herausgeklappt, den Tisch im Freien aufgebaut (der sehr praktisch an der Innenseite der Schiebetür befestigt ist) und die dazugehörigen Campingstühle ausprobiert (gut verpackt in der Heckklappe!).

Und natürlich muss das Dach hochgeklappt werden, sodass wir Zugang zum Schlafzimmer haben. Außerdem bitten wir unseren Vermieter ganz nett, ob er nicht schon mal die Küchenecke einsatzbereit machen könnte, indem er Gasflasche und die Wasserpumpe aufdreht, die hinter einer sehr fingernagelunfreundlichen Klappe versteckt sind.

Black Sheep Campervan

Keine weitere Campingausrüstung nötig

Unterwegs wird einem deutlich, wie komplett und vor allem genial der Campervan eingerichtet ist. Man hat wirklich keine weiteren Campingsachen nötig, wobei wir allerdings Besteck und Geschirr etwas knapp bemessen fanden. Schlafsäcke hatten wir vorher reserviert. Und es gibt noch viele weitere Extras, die man im Voraus bei Black Sheep bestellen kann.

Hilfe! Frauen am Steuer

„Also, das kann ja was werden, Mädels, mit so einem Ding rumzufahren …“. Das mangelnde Vertrauen unseres Freundeskreises in unsere Fahrqualitäten bestätigte jedes Rollendenken. Warum sollten nur Männer einen Bus hantieren können? Diese Volkswagen-Variante ist sehr frauenfreundlich und äußerst komfortabel im Fahrverhalten. Am Anfang muss man sich etwas an das Schalten gewöhnen, die Länge vom Wagen richtig einschätzen lernen (größerer Wendekreis) und vor allem die Höhe berücksichtigen (also nicht in die Parkgarage mit einer Höhe von max. 1.80 Meter hineinfahren, Josee!). Prima ist es, dass der Bus an allen Seiten Fenster hat. Man kann also – wie bei einem Personenwagen – mal schnell links/rechts und hinten hinausschauen, um den Verkehr zu checken.

Josee und Carole im Campervan

Eine Reise entlang der Atlantikküste

Gut, das zur Technik. Und wie ging es weiter? Wir fuhren von Arcachon Richtung Süden über Biscarosse, Ondres, Biarritz und Saint-Jean-de-Luz, wobei uns unterwegs massenhaft Campingplätze begegnet sind. Nicht nur viele, sondern auch viele große. Das war nicht so unser Ding. Und wir hatten auch wenig Lust, zwischen anderen Wohnmobilen auf einem Aire Campingcar zu stehen, obwohl ein solches Gelände natürlich schon praktisch ist, wenn man sich auf der Durchreise befindet oder nur wenig Geld ausgeben möchte. Diesen Parkplätzen begegnet man während der Reise häufiger. Meistens ist es ein Platz im Wald in Küstennähe, der mit dem Nötigsten ausgestattet ist (Toilette, Wasser und Strom) und auf dem man für 6 bis 8 Euro übernachten kann.

Road trip in Aquitaine

Natürlich kann man auch in der freien Natur stehen. Und das ist wohl der größte Pluspunkt dieses Reisegefährten auf Rädern. Der Campervan ist niedriger als 2 Meter, und dann darf man normalerweise in Frankreich an den meisten öffentlichen Plätzen stehenbleiben. Doch aufgepasst: Das letzte Wort hat die Gemeinde, und die könnte ein Verbotsschild an dem Traumplatz am Meer aufgestellt haben.

Ausgefallene Campingplätze in Les Landes

Auf der Suche nach kleinen, kaum touristischen und besonders schönen Campingplätzen landeten wir u.a. bei:

Campingplatz Maguire Biscarosse Lac, Atlantikküste

Biscarosse – Camping Maguide, ein kleiner 2-Sterne-Campingplatz direkt am See von Biscarosse. Der größte Geländeabschnitt ist in der Hand von Mobilheimen, doch es gibt auch einen separaten Bereich mit vielen Bäumen für Zelte, Wohnwagen und -mobile. Sehr schön sind auch die beachhomes am Strand. Die Sanitäranlagen sind komplett neu, und man hat sogar die Möglichkeit, einen Kühlschrank zu mieten. Zum Campingplatz gehört eine eigener Strand mit einem fantastischen, trendy Restaurant inkl. Terrasse (frisch renoviert, Foto links oben). Noch ein Pluspunkt: Nur 300 Meter weiter gibt es ein weiteres, superschönes chill & lounge Strandrestaurant namens Histoires de (Foto rechts unten). Unsere Lieblings-Stellplätze: Nummer 187, 188 und 190.
Weitere Infos: camping-maguide.com

Campingplatz Blue Oceaan Ondres Plage

Ondres – Camping Blue Ocean
Ideale Lage, nur 1 km vom Strand entfernt (somit gut zu Fuß oder per Rad erreichbar) und außerdem auf einem flachen Gelände (im Gegensatz zum dem viel bekannteren und auf einem Hügel gelegenen Camping du Lac). Das Besondere an diesem Campingplatz ist die Auszeichnung mit dem EU Ecolabel, was sich im Einsatz von Sonnenenergie, Wasseraufbereitung, Mülltrennung und Kompostanlage äußert. Auf dem Gelände gibt es auch ein Hühnergehege, in dem sich allerdings ein Pfau breitgemacht hat, sowie eine Weide mit Eseln. Wie schön! Im Restaurant werden biologische und lokale Zutaten verwendet. Und auf dem Campingplatz dürfen – außer zum Ein- und Ausladen – keine Autos fahren. Weitere Highlights: schönes Schwimmbad, Spielplatz, große Stellplätze zwischen Pinien und nette Mitarbeiter an der Rezeption. Man kann sich auch Fahrräder ausleihen, und im Sommer werden Kinder-Aktivitäten angeboten. Die Gäste sind hauptsächlich Franzosen.
Weiterlesen auf espaceblueocean.com

Was uns am besten gefallen hat

Das Schönste an so einem Campervan ist das Gefühl von Freiheit. Man kann an idyllischen Orten mitten in der Natur einfach anhalten und Zeit verbringen. Ganz nach dem Motto: Uns geht es gut! Gibt es was Schöneres, als an einem kleinen See wie l’Etang Blanc bei Seignosse zu stoppen und ein leckeres Mittagessen am Wasser zu genießen? Das sind die echten Campervan-Souvenirs, die nicht jeder sein eigen nennen kann und die ewig in Erinnerung bleiben.

Essen im Campervan

Ein schwarzes Schaf, das sich sehen lassen kann

Wir fuhren in einem Volkswagen California Confort von Black Sheep, geeignet für maximal 4 Personen (ein weiteres Zelt zum Schlafen kann hinzugebucht werden). Preise ab 82 €/Tag (Wochenpreise möglich), inkl. 200 km/Tag. Es gibt auch kleinere Campervans, sogar ein cooles 4×4 Auto mit Zelt auf dem Dach! Weitere Infos findet ihr unter blacksheep-van.com.

Black Sheep Campervan an der Atlantikküste

Easyjet fliegt 4 x pro Woche von Berlin nach Bordeaux. Der Flug dauert rund 2,5 Stunden, und die Preise beginnen bei rund 30 € für den einfachen Flug. Gegen Aufpreis wird der Campervan auch zum Flughafen gebracht und dort wieder abgeholt.

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