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Was machen die Franzosen zu Silvester?

Wie begrüßen die Franzosen das neue Jahr? Was gibt es zu essen? Und wie heißt Silvester auf Französisch? 10 Fakten zum Jahreswechsel in Frankreich.

Was machen die Franzosen eigentlich, wenn wir am Sonntag die Silvestershow einschalten, Krapfen essen und Raketen in die Luft schießen? Es ist schon komisch: In einem Land voller Traditionen, Rituale und Zeremonien würde man etwas Großes erwarten. Ein riesiges Feuerwerk am Eiffelturm, eine typische Silvesterspezialität … Doch der Jahreswechsel fällt in Frankreich eher schlicht aus. Die meisten Franzosen feiern zu Hause, im Freundes- oder Familienkreis, mit einem Essen oder einer bescheidenen Party. Elegant, aber nicht besonders aufwendig oder überschwänglich.

Champagne für Silvester in Frankreich

 1. In Frankreich heißt Silvester Réveillon oder Saint Sylvèstre oder auch le Nouvel An. Der Neujahrstag am 1. Januar wird Jour de l’An genannt. 

2. Franzosen feiern Silvester in der Regel zu Hause, gemeinsam mit Freunden und der Familie, oder in einem Restaurant. Völlig unüblich ist es, um Mitternacht nach draußen zu gehen und allen Nachbarn (oder auch Wildfremden) ein glückliches neues Jahr zu wünschen. 

3. Der wichtigste Programmpunkt des Silvesterabends ist, wie könnte es anders sein, ein langes und ausgiebiges Essen: das répas du réveillon. Oft kommen dabei Austern auf den Tisch. Foie gras und Räucherlachs sind ebenfalls typische Silvestergerichte. 

Foie Gras fürs neue Jahr in Frankreich am Abendessen

4. Champagner wird oft schon zum Aperitif gereicht, denn damit wollen die Franzosen nicht bis Mitternacht warten. Häufig wird zum Dessert oder um 24.00 Uhr erneut eine Flasche entkorkt. 

5. Neujahrsküsse werden in Frankreich also vor allem im häuslichen Kreis ausgetauscht. Nach alter Tradition tun Liebespaare dies unter einem Mistelzweig, le gui, der bei den Amerikanern schon zu Weihnachten zum Einsatz kommt. 

6. Franzosen wünschen einander Bonne année (oder Bonne année, bonne santé = ein glückliches und gesundes neues Jahr). Diesen Wunsch kann man ruhig noch bis Ende Januar auf Karten schreiben, denn Neujahrskarten sind weitaus üblicher als Weihnachtskarten, welche in Frankreich kaum verschickt werden.

Silvester Frankreich

 

7. Wenig Feuerwerk in Frankreich: Privatleuten ist das Abbrennen von Feuerwerk in Frankreich verboten, und nur wenige Städte organisieren Feuerwerkshows wie am 14. Juli. Dies gilt übrigens nicht für die Skiorte in den französischen Alpen, wo am 31. ziemlich viel in die Luft geschossen wird. Erstmals seit Langem schließt Paris dieses Jahr die Lichtershow am Arc de Triomphe mit einem kleinen Feuerwerk ab. 

8. Franzosen sitzen am Silvesterabend nicht vor dem Fernseher, daher gibt es kaum Silvesterprogramme im französischen TV. Schlagerparaden sind ebenso wenig bekannt wie Livesendungen mit kollektivem Neujahrs-Countdown. 

9. Um Silvester herum werden die étrennes (Geldgeschenke) ausgeteilt, unter anderem an die gardiens und gardiennes d’immeubles, also die Conciergen, die im Haus die Post verteilen, die Mülltonnen rausstellen und das Treppenhaus bohnern. 

10. Eine Tradition wie das Neujahrsschwimmen gibt es in Frankreich auch, allerdings schon am Vortag: das Bain de la Saint-Sylvestre. In zahlreichen Badeorten der Bretagne hüpft man am Nachmittag des 31. ins Meer – trotz einer Wassertemperatur von um die 7 Grad. So geht es rundum erfrischt ins neue Jahr! 

Bild: CC/GUY-BUCHMANN (foie gras) und vintage cartes postales.

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